Interview: Gautier Paulin

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Gautier Paulin hat mit dem Monster Energy Wilvo Yamaha MXGP Team still und heimlich einen soliden Saisonstart hingelegt. In der Gesamtwertung ist er – und das ziemlich komfortabel – derzeit Dritter. Er lässt seine alte Form durchblitzen und kämpft für seine Rückkehr auf das oberste Grand-Prix-Treppchen. In Trentino holte er zum zweiten Mal in dieser Saison den dritten Platz – ein Schritt in die richtige Richtung.

MX Vice: Zwei Mal Dritter und wieder ein Podest. Zwei in vier Rennen. Läuft doch, oder?

Gautier Paulin: Ja, ich bin zufrieden. Die harte Arbeit hat sich ausbezahlt. Für mich war das ein gutes Rennen, aber auch für meinen Teamkollegen und das ganze Monster Energy Wilvo Yamaha Team, denn Arnaud holte zwei vierte Plätze. Es ist gut, dass er wieder an der Spitze mitmischt. Wir haben tolle Arbeit gemacht, aber es gibt noch ein paar Höhen und Tiefen. Wir geben alles. Mit der Zeit, die wir haben, ist es noch immer das gleiche, was ich sagen möchte, aber wir haben jetzt auch etwas frei, um uns auf unseren Test-Plan und die Verbesserung unseres ganzen Teams zu konzentrieren.

Mit welchem Lauf bist du heute zufriedener? Klar, du bist zwei Mal Dritter geworden und hast damit zwei Mal das gleiche Ergebnis geholt, aber hast du dich in einem der beiden Läufe stärker gefühlt?

Sicher im zweiten Lauf. Im zweiten Lauf hatte ich definitiv den besseren Start. Auf den ersten vier oder fünf Runden konnte ich zu den Jungs vorn aufschließen und hatte einfach Spaß am Fahren. Die Fans haben die Jungs ganz schön angefeuert. Dort mitzumischen und schon zu Beginn des Rennens vorn dran zu sein war das Ziel.

Das Ziel jetzt lautet, mit denen vorn kämpfen zu können. Die Weltmeisterschaft ist sehr lang. Sie waren heute wirklich richtig in Top-Form. Das Level war richtig hoch. Der Speed auf dieser anspruchsvollen Strecke… Sie haben das Level richtig hoch gesetzt, aber wir werden weiter arbeiten, um da dran bleiben zu können. Wir kommen näher, das ist mal sicher. Der zweite Lauf war definitiv der Beste.

Hast du im zweiten Lauf mitbekommen, dass Max Anstie die ganze Zeit an dir dran war, obwohl er schon eine Runde zurück lag? Er hat nicht gepusht oder versucht, an dir vorbei zu gehen, aber er hat gelauert.

Ja na klar! Wenn du ohne Druck fährst, ist es viel einfacher so zu fahren. Der härteste Sprint ist am Anfang der Rennen. Als sich dann alles beruhigt hatte und ich zehn Sekunden hinter Tim [Gajser] und Antonio [Cairoli] und mehr als zehn Sekunden vor Arnaud lag, haben wir keinen Fehler mehr gemacht, denn Max war hinter mir. Ich wusste, dass ich eine Runde Vorsprung habe und er hinter mir ist und er versuchte, so viel wie möglich zu lernen. Das macht einen Profi aus – nicht aufgeben und versuchen, von den Besten zu lernen.

Der zweite Lauf ist gerade eine halbe Stunde zu Ende, aber weißt du schon, in welchen Bereichen du vielleicht auf Tim und Antonio aufholen könntest? Hast du irgendwas sehen können?

Kraft. Heute ging es nicht so sehr um die Linienwahl. Da ging es mehr um die Kraft und um die beiden Jungs, die immer noch vorn starten. Wir müssen daran arbeiten und um auf dieses Level zu kommen, brauchen wir mehr Selbstvertrauen, eine Art Automatik-Modus. Wir müssen uns in vielen Bereichen verbessern, damit mich das Motorrad unterstützt, in einen besseren Rhythmus zu kommen und ich mich damit in eine bessere Situation bringen kann.

Ich war auf dem Podest, aber in Valkenswaard hatte ich einen schlechten Start und ich musste durch den Staub und wurde gegrillt. Ich habe diesen Huckel nicht gesehen und bin gestürzt. Ich muss weniger Risiken eingehen und darf nicht in Kämpfe mit anderen Fahrern verwickelt werden. Ich muss mehr vorn kämpfen.

Wenn du über die Intensität sprichst, denken alle an die ersten paar Runden. Aber ein paar andere MXGP-Fahrer sagen jetzt, dass die Intensität die gesamten Rennen über sehr hoch ist. Wenn du das jetzt mit vor ein paar Jahren vergleichst, da ging es nur um die ersten paar Runden. Ist dir aufgefallen, dass die Pace höher ist und dass es eben über das ganze Rennen hinweg intensiver ist?

Nicht wirklich. Es gibt Höhen und Tiefen. Da geht es um die Top-Form der Athleten, die momentan sehr hoch ist. Es geht aber auch um das Selbstvertrauen der Jungs. Sie waren 1-1, 2-2, 1-1 und 2-2. Die fühlen sich richtig gut. Ich denke, dass sie heute richtig schnell gefahren sind, aber in Valkenswaard war das meiner Meinung nach nicht so. Auch in Matterley oder Argentinien hatte ich nicht das Gefühl. Ich glaube, dass sie heute einfach in Bestform waren, aber auch wir pushen. Wir werden uns die Videos ansehen, alles analysieren, auch die Daten, um stärker zu werden.

Das ist definitiv das Ziel. Ich habe in der Vergangenheit schon gezeigt, dass ich in vielen Rennen ein MXGP-Gewinner sein kann, daran arbeiten wir. Auf dem Motorrad fühle ich mich definitiv wohl. Aber: Wir arbeiten alle auch erst sehr kurze Zeit zusammen. Wir brauchen mehr Erfahrung und Daten. Jedes Rennen, welches wir fahren, ist eines, wo wir für das Team und die Fahrer mehr Erfahrungen sammeln, das ist eine wirklich positive Einstellung. In Valkenswaard ging es nach unten und heute sind wir wieder oben. Arnaud hat sich diese Woche auch gut gefühlt und das hilft bei zukünftigen Trainings, damit wir uns weiter entwickeln und das Level höher setzen.

Hat dir die Strecke heute im Vergleich zu den Vorjahren besser gefallen? Mit dem Regen sind ja ein paar mehr technische Spuren frei gefahren worden. Trotzdem gab es immer noch mehr oder minder nur eine Linie, aber es gab eben auch tiefere Spuren, wo man definitiv den Unterschied ausmachen konnte.

Ja, die Strecke hat mir heute gefallen, sie war besser. Gestern bin ich im Qualifying-Rennen als 13. gestartet und wurde Fünfter. Daher konnte ich ein paar Fahrer überholen und es war das bessere Racing. Heute war es an einigen Punkten etwas zu nass, aber das ist Motocross. Es wird ja immer etwas zu meckern geben…

Es klingt, als seiest du jetzt froh über die lange Pause. Hast du irgendwelche Pläne, an was du sofort arbeiten wölltest? Was steht auf deiner Liste ganz oben, was gemacht werden muss?

Wir haben schon einen Plan, über zehn Tage, was wir tun wollen. Wir haben einen engen Terminkalender, damit wir uns definitiv steigern können.

Interview: Lewis Phillips | Fotos: ConwayMX | Übersetzung: Toni Börner

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