Chatter Box: Max Anstie

Max Anstie mit Horror-Pechsträhne

· 7 Lesedauer

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Max Ansties Einstand bei Standing Construct KTM war turbulent. Für Anstie sieht es besser denn je zuvor aus, möchte man meinen, und das Standing Construct KTM Team gibt ihm alles, was er braucht. Zuletzt aber hat ihm unglaubliches Pech zu schaffen gemacht. Anstie will trotzdem das Positive an allem sehen und beim Grand Prix von Mantova das Ruder endlich herumreißen.

MX Vice: Turbulentes Wochenende. Ich würde trotzdem noch sagen, dass es auch irgendwas Positives hatte, denn dein Speed war die ganze Zeit unglaublich. Es ist sich am Ende nur nicht ausgegangen…

Max Anstie: Nein. Ich weiß nicht, was ich tun muss oder wem ich an den Karren gepinkelt habe. Ich würde am liebsten einfach ‚Reset‘ drücken, die ganze WM noch mal starten und neu anfangen. Wie viele Rennen sind wir jetzt gefahren? Vier Rennen sind es bisher und ich habe mich in allen davon richtig, richtig gut gefühlt. In Argentinien habe ich mich richtig gut gefühlt und holte einen Nuller und Platz vier. In Matterley Basin habe ich mich richtig gut gefühlt und landete in der zweiten Kurve mit einer ganzen Gruppe auf dem Boden und habe gedacht: ‚Na prima!‘. In Valkenswaard habe ich mich richtig gut gefühlt. Ich habe das Rennen angeführt und dann das Bike abgewürgt. Im zweiten Lauf bin ich dann wieder mit einer großen Gruppe anderer Fahrer kollidiert. Dort habe ich mich richtig schnell gefühlt. Dann, dieses Wochenende…

(ConwayMX)

Harte Sache. Ok, die Strecke war ein wenig ausgefahren und rutschig. Ich habe mich in den Trainings aber gut gefühlt und normalerweise bin ich in den Trainings eben nicht so gut. Ich war Vierter oder Fünfter und habe mich gut gefühlt. Im ersten Lauf habe ich nicht den Besten [Start] erwischt… Aus dem Gatter raus, ist das Hinterrad ziemlich durchgedreht, aber sowas passiert. Das kann allen passieren. Ich habe mich durch gekämpft, mich gut gefühlt und bin hinter Tommy [Searle] gerade nach vorn über den Lenker abgestiegen. Ich habe mich selbst einfach auf den Boden gepackt, kopfüber, und das Motorrad lag auf mir. Ich habe mir nur gedacht: Oh nein! Habe mich gewunden. Mein Bein schmerzte.

Als ich wieder auf war – ohne überfahren zu werden – und weiter fuhr, war ich 25. oder so was und weit außerhalb der Punkte. Ich bin nicht zu Ende gefahren. Im zweiten Lauf habe ich mir dann gedacht: „Ok, jetzt holst du dir einen guten Start.“ Dann bin ich aus dem Gatter raus. Ich glaube, dass ich in nur wenigen Runden bis auf fünf nach vorn gefahren bin. Ich habe mich mega gefühlt – und dann brach das Hinterrad. Ich weiß noch nicht einmal, was ich gemacht habe. Ich weiß nicht, ob ich jemanden getroffen habe.

Ich muss jemanden getroffen haben. In den ersten paar Kurven war alles ziemlich eng, aber ich weiß es nicht. Ich habe nicht unbedingt etwas gespürt oder gemerkt. Ich habe nur gemerkt, wie das Hinterrad dahin war und ich habe mir wieder gedacht: ‚Oh nein. Ich kann das Rennen nicht zu Ende fahren oder einen Sprung riskieren und dann bricht es bei der Landung komplett.‘ Das war es dann. Ich bin rein, lag eine Runde zurück. Ich bin noch mal rum gefahren, das wäre ein vierter Platz geworden, ein ganz schöner Tiefschlag. Du weißt nicht, ob du Lachen oder Heulen sollst.

(ConwayMX)

Ich glaube einige Leute würden sich deine Situation anschauen und sagen: Er ist in keinem Werks-Team mehr, da passiert so etwas. Argentinien war technisch, klar, aber seither war es einfach und wortwörtlich nur Pech. Es ist schier unglaublich, wie man so viel Pech haben kann, aber du musst einfach den Moto-Gott irgendwie angepisst haben…

Ja, ich weiß auch nicht. Ich hatte mit dem Team eine ausgezeichnete Saisonvorbereitung und ehrlich gesagt habe ich mich richtig gut gefühlt. Ich habe mich auch mental noch nie so gut gefühlt. Ich bin schnell. Normalerweise ist es bei mir ja so, dass wenn ich in den Trainings oder so Probleme habe und nicht zurecht komme, ich in den Rennen besser werde und ich kann dann gute Rennen fahren und mich durchkämpfen. Ich fühle mich tatsächlich gerade auch schnell. Ich fühle mich eigentlich wie… naja, okay, [Antonio] Cairoli und [Tim] Gaijser sind einen Schritt weiter. Ich fühle mich aber, ehrlich gesagt, in der Lage um diesen dritten Platz zu kämpfen oder in den Top-Fünf zu sein, auf Hartboden, im Sand oder wo immer.

Ich fühle mich gut. Ich fühle mich in allen Trainingssitzungen gut. Ich ändere nicht einmal etwas am Motorrad, wirklich nicht mal viel zwischen den Sessions. Ich bin einfach glücklich. Die Wochen laufen gut, ich fühle mich daher solide. Meine Starts… Wenn es nicht Ivo [Monticelli] ist, bin ich es, der aus dem Gate kommt. Wenn wir einfach unsere Starts zusammen werfen könnten, wären das richtig gute Dinger. Das Motorrad hat Potenzial, um jedes Mal in den Top Fünf zu starten.

Ich fühle mich auf dem Motorrad wohl. Ich glaube, dass ich im Moment zwar nicht so da stehe, aber wir haben jetzt ein paar Wochen, um uns zu reseten. Ich glaube, dass ich kurz davor bin, dass ein paar Dinge ‚Klick‘ machen und dann wird es keine leichte Aufgabe. Aber beide Rennen sind etwas einfacher, wenn du in den Top-Drei oder -Fünf bist, als wenn du von hinten kommst. Hoffentlich können wir uns selbst einfach in eine gute Position bringen und das rumgemurkse hört mal auf.

(ConwayMX)

Kannst du heute überhaupt positive Rückschlüsse ziehen? Wie du schon gesagt hast: Du kannst eigentlich um die Plätze drei bis fünf kämpfen. Der zweite Lauf hat gezeigt, dass du es heute hättest schaffen können. Ist es für dich jetzt eher so, dass du dir sagst: Ja, ich bin bei der Musik dabei – oder bist du eher angefressen?

Nein. Ein wenig liegt das ja gar nicht in meinen Händen. Ich habe im ersten Rennen einen Fehler gemacht. Ich bin gestürzt, konnte trotzdem pushen. Es ist eher ein ‚Mist!‘ Das sind nur kleine Sachen. Es läuft für mich einfach nicht zusammen, aber ich kann definitiv Positives mitnehmen… Ich fühle mich gut! Schaue ich mir die Ergebnisse an, dann ist es natürlich eher ein: ‚Mist, das nervt!‘. Ich werde mir die Ergebnisse wahrscheinlich nicht einmal ansehen… das ist einfach zu frustrierend.

Ich glaube aber, dass das Potenzial für Großes da ist, aber es ist nervig, dass ich jetzt vier Rennen hatte, wo das Potenzial für das Podest da war und ich war nicht einmal in den Top-Fünf. Ich weiß nicht einmal, ob ich in den Top-Ten war. Nach den letzten paar Rennen habe ich danach nicht einmal geschaut, weil hätte, wäre, wenn… Die Ergebnisse sind ein wenig scheiße, aber, noch einmal, ich muss das Positive sehen.

Das ist der einzige Weg, wie du vorwärts kommst. Es gibt nicht viel, was ich ändern muss. Am Motorrad gibt es nicht zu ändern. Ich muss nichts an meinem Fahrstil umstellen. Es gibt wirklich nichts, was ich wirklich ändern müsste. Ich weiß wirklich nicht, was man machen soll. Vielleicht muss ich jetzt einfach mal ein paar Wochen in die Kirche gehen und vielleicht hilft mir das dann. Ich weiß es nicht, das ist so ziemlich alles.

(ConwayMX)

War der Sturz im ersten Lauf ein schlimmer? Wenn jemand schlimm stürzt und aufsteht, applaudieren die Fans. Das haben sie gemacht – also war es ein schlimmer Sturz?

Ich weiß es nicht. Ich bin den Berg runter und war hinter Tommy. Tommy ist gut gefahren, daher habe ich alles gegeben, um an ihm vorbei zu kommen. Er hat die Linie gekreuzt und es flog Dreck. Ich konnte nicht richtig sehen. Das nächste, was ich weiß, ist, dass ich in den Sprüngen war und das endete in dem Front-Flip. Ich weiß nicht wirklich, was passiert ist.

Ich bin über den Boden gerollert. Ich weiß es nicht. Das ist so schnell passiert. Ich weiß es wirklich nicht. Alles hat sich gedreht. Das Motorrad ist herumgeflogen. Ich bin aufgestanden und die Gajser-Fans haben mich angefeuert. Ich dachte: ‚Oh, toll!‘.

Ignorier die Ergebnisse. Ignoriere das Pech. Ignoriere das alles. Ich glaube, dass du jetzt im Vergleich zum Vorjahr vor deiner Gehirnerschütterung besser da stehst – du siehst auf dem Motorrad besser und schneller aus. Fühlst du dich auch so?

Ja, ganz genau. Das ist das, was ich die ganze Zeit sage. Ich fühle mich richtig gut. Ich fühle mich solide. Ich fühle mich schnell. Ich fühle, dass alles schön ist. Ich bin glücklich. Ich bin glücklich mit dem Team. Ich bin glücklich über die Leute, die wir um uns herum haben. Ich bin einfach glücklich. Es ist einfach nervig, dass wir noch keine anständigen Resultate zusammen gebracht haben. Und trotzdem sind wir am Ende des Tages bei der Musik dabei. Ich fühle mich mit allem gut.

Interview: Lewis Phillips | Aufmacher-Foto: ConwayMX | Übersetzung: Toni Börner

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