Zahlen & Fakten: MXGP

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Große Pause in der FIM Motocross Weltmeisterschaft 2019. Der perfekte Zeitpunkt für uns, auf die Statistiken, Zahlen und Fakten zu schauen. Es ist das erste Mal seit langer Zeit, dass wir das auf MX Vice tun. Und daher gibt es eben auch eine ganze Reihe von Zahlen, die wir jetzt, vor dem Grand Prix der Lombardei, betrachten.

MXGP

  • Antoinio Cairoli ist 2019 perfekt in die FIM Motocross Weltmeisterschaft gestartet – er hat drei der ersten fünf Wochenenden und fünf der ersten acht Läufe gewonnen. Das scheint für einen neunfachen Weltmeister ein normaler Saisonstart zu sein, ist es aber absolut nicht. Cairoli hat in der Königsklasse noch nie die ersten beiden Wochenenden gewonnen und hat das bisher nur ein Mal in der MX2 geschafft – 2007. Damit ist es offensichtlich: er ist besser denn je zuvor.
  • Antionio Cairoli hat bisher noch nie die ersten beiden Saisonstationen der Königsklasse gewonnen. Jetzt verbuchte er dieses Jahr die ersten drei Events in Folge für sich. Hat er das in der MX2 wenigstens geschafft? Ja! 2007, da gewann er die ersten fünf Wochenenden. Das wird Cairoli dieses Jahr nicht mehr schaffen, da er beim vierten Lauf in Italien Tim Gajser den Vortritt lassen musste.
(ConwayMX)
  • Als Antonio Ciaroli beim Grand Prix von Groß Britannien mit dem Sieg bei den ersten beiden Saisonstationen der Königsklasse einen neuen Meilenstein in seiner Karriere erreichte, war das eigentlich kaum überraschend. Warum? Auch wenn er noch nie die ersten beiden Saisonstationen auf den großen Bikes gewonnen hatte, stand er beim Grand Prix von Großbritannien schon unzählige Male auf dem obersten Treppchen. Cairoli hat hier sechs Mal gewonnen, dabei war sein erster Sieg auf einer 450F im Donington Park 2007.
  • Interessanter Antonio-Cairoli-Fakt in Großbritannien: Auch wenn Matterley Basin eine seiner Lieblingsstrecken ist – und eine auf der er sehr oft gewonnen hat – hat er nur ein Mal beide Rennen des Wochenendes gewonnen. Das war 2012 auf dem Weg zu seinem sechsten WM-Titel. Damals stand er mit Max Nagl und Gautier Paulin auf dem Podest.
  • Der Grand Prix der Niederlande war nicht unbedingt das Pflaster der Karriere von Ciaroli. Der Sieg des neunfachen Weltmeisters im März war das erste Mal seit 2014, dass er in Valkenswaard ganz oben auf dem Treppchen stand. Eintausendsiebenhundertdreiundneunzig Tage liegen zwischen diesen beiden Siegen. Cairoli hat jetzt insgesamt neun Mal in den Niederlanden gewonnen – ein Mal in der MX2 und acht Mal in der MXGP.
(ConwayMX)
  • Die Übersicht in der Tabelle unten zeigt, wie stark Antonio Cairoli in die FIM Motocross Weltmeisterschafts-Saison 2019 gestartet ist. In der Übersicht sind die durchschnittlichen Platzierungen, mit denen der Italiener seit 2009 in der MX-Königsklasse jeweils in die Saison gestartet ist.

2019

3.1

2018

2.1

2017

4.5

2016

2.1

2015

1.3

2014

2.3

2013

2.5

2012

4.6

2011

3.7

2010

1.8

2009

1.3

  • KTM ist klarerweise phänomenal in die neue Saison gekommen, denn Antonio Cairoli hält an der Spitze der WM-Wertung. Allerdings liegt unter den ersten Sieben derzeit nur ein orangener Renner. Das ist verglichen zum Vorjahr ein Rückschritt, denn da hatte KTM zum jetzigen Zeitpunkt der WM gleich drei Jungs in den Top-Sechs. Wann hatte KTM zuletzt nach vier WM-Läufen nur einen Fahrer unter den besten Sieben? Das ist gar nicht lange her, nur zwei Jahre. 2017 war Cairoli nach vier Wochenenden nur Zwölfter.
  • Es ist logisch, dass KTM derzeit vorn nicht so vertreten ist, wie vor einem Jahr. Da hatten sie noch drei Red Bull KTM Werks-Piloten in der Königsklasse, dazu kamen einige Satelliten-Piloten. Dieses Jahr ist nur Cairoli in Werks-Diensten der Mattighofener, aber trotzdem sind noch sechs KTM-Piloten in den Top-20. Wann man das zuletzt gesehen hat? Anfang der Saison 2013.
(ConwayMX)
  • Der erste Lauf beim MXGP-Rennen zum Grand Prix von Großbritannien war ein sehr ergreifender für Gautier Paulin. Paulin fuhr als Zweiter über den Zielstrich, was er zuvor schon lange Zeit nicht mehr geschafft hatte. Das letzte Mal davor, dass er zweiter wurde, war beim zweiten Lauf zum Grand Prix der Schweiz im Jahre 2017. Das waren 589 Tage zwischen den beiden Podestplatzierungen für den zwölffachen Grand-Prix-Sieger.
  • Der erste Lauf in Großbritannien war genauso ergreifend für Monster Energy Wilvo Yamaha MXGP: Neben Gautier Paulin fuhr dessen Teamkollege Arnaud Tonus in die Top-Sechs. Das Team, welches von Louis Vosters geleitet wird, hatte zuvor noch nie zwei Fahrer in einem Rennen in den Top-Sechs – wenngleich man schon nahe dran war. Jeremy Seewer und Shaun Simpson waren beim Grand Prix von Italien Ende letzten Jahres im ersten Lauf auf den Rängen sechs und sieben ins Ziel gefahren.
  • Das Monster Energy Wilvo Yamaha MXGP Team setzte beim Grand Prix von Trentino zu neuen Höhenflügen an, als beide Piloten in die Top-Vier fuhren, was es zuvor noch nie gegeben hatte. Das nächste Ziel ist nun, beide Fahrer in einem Rennen auf das Podest zu bringen. Derzeit scheint aber nur Red Bull KTM das Potenzial dafür zu haben. Das letzte Mal, dass ein anderes Werk außer KTM ein Doppelpodest im gleichen Rennen feierte, war das Rockstar Energy Husqvarna Factory Racing Team beim Grand Prix der Lombardei im letzten Jahr.
(ConwayMX)
  • Das letzte Mal, dass Yamaha in der Königsklasse in einem Rennen zwei Piloten in die Top-Vier bringen konnte, liegt noch länger zurück: Das war 2016 beim Grand Prix von Thailand in Suphan Buri. Romain Febbvre holte an dem Tag beide Laufsiege und seinen ersten Grand-Prix-Sieg der Saison. Mit ihm stand Jeremy Van Horebeek auf dem Podest. Diese beiden standen auch ein Jahr davor beim Grand Prix der Lombardei zusammen auf dem Treppchen.
  • Mehr zu Gautier Paulin: Wann konnte er das letzte Mal 142 Punkte aus den ersten vier Saisonevents sammeln? Das liegt schon bis 2013 zurück, als er aus den ersten vier Stationen 148 Zähler mitnahm. Damals stand Paulin in den ersten acht Läufen drei Mal auf dem Podest – also weniger als dieses Jahr. Allerdings fuhr er damals nur ein Mal nicht unter die besten vier, das ist dieses Jahr schon drei Mal passiert. Der 13. Platz im zweiten Lauf von Valkenswaard schmerzt hier bitterlich.
  • Das Monster Energy Wilvo Yamaha MXGP Team hatte dieses Jahr in sechs von bisher gefahrenen acht Läufen jeweils einen Fahrer vor dem Monster Energy Yamaha Factory Racing Team. Soetwas passiert selten. In den letzten beiden Jahren in der Königsklasse, konnte Wilvo den besten Yamaha-Piloten in nur 15 der 77 gefahrenen Rennen stellen: Acht Mal 2017 und sieben Mal 2018.
(ConwayMX)
  • Tim Gajser ist klarerweise optimal in die Saison 2019 der FIM Motocross Weltmeisterschaft gestartet und hat seine alte Form wieder gefunden. Das freut das Team HRC besonders. Als er beim MXGP von Großbritannien einen Lauf gewann, war das sein erster Laufsieg seit dem Finale der FIM Motorcross Weltmeisterschaft 2017 in Villars sous Ecot. 554 Tage lagen zwischen diesen beiden Siegen.
  • Tim Gajser machte beim Grand Prix von Trentino, dem bislang letzten Lauf dieses Jahres, einen weiteren Schritt: Erstmals seit April 2017 beim Grand Prix von Leon konnte er wieder beide Läufe für sich entscheiden. 736 Tage liegen zwischen diesen beiden Doppelsiegen. Zuletzt vor Trentino stand Gajser beim Grand Prix von Schweden 2017 auf dem obersten Grand-Prix-Treppchen. Das waren 596 Tage Durststrecke. Damit ist nun eine extrem große Last von seinen Schultern gefallen.
  • Um die Fortschritte von Arminas Jasikonis in dieser Saison richtig zu schätzen, muss man seine Karriere in der Königsklasse als Ganzes betrachten. Jasikonis hat es bis jetzt acht Mal in Folge in die Top-Ten von Rennen geschafft, was jetzt rein weg von den Zahlen her nicht die Überflieger-Leistung ist. Das haben die meisten Werks-Piloten in ihrer Karriere geschafft und bekommen dafür nicht viel Aufmerksamkeit. Aber Jasikonis hat vor diesem Run nur ein Mal in zwei aufeinanderfolgenden Rennen in den Top-Ten gestanden – damit ist sein Vorwärtsmarsch ein umso beachtlicher.
(ConwayMX)
  • Das Rockstar Energy Husqvarna Factory Racing Team war für Jasikonis dabei klarerweise ein Fortschritt, denn die FC450, die er jetzt unter dem Hintern hat, ist ein unglaublich gutes Motorrad. Die durchschnittliche Startposition, die sich Jasikonis in den ersten acht Läufen erarbeiteten konnte, ist um einiges besser als in seiner Karriere zuvor. 2017, als er noch für das Suzuki World MXGP Team fuhr, lag seine durchschnittliche Startposition bei Platz 13, letztes Jahr mit Assomotor war das Rang 17.
  • Und nun? Die durchschnittliche Startposition von Arminas Jasikonis im Rockstar Energy Husqvarna Factory Racing Team? Siebter! Eine wahnsinnige Steigerung. Ein weiterer Punkt ist, dass AJ in seiner Karriere erst 20 Rennen aus den Top-Ten heraus aufnehmen konnte, seit er Full-Time Grand-Prix-Pilot geworden ist. Das heißt, dass er bisher in 36 Läufen von außerhalb der Top-Ten angreifen musste.
  • Bisher haben wir hier in der MX Vice Statistik Positives verkünden können, das ändert sich aber jetzt mit diesem Punkt. Es war kein toller Saisonstart für Clement Desalle, der derzeit nur Sechster der WM ist und sich zudem noch von einer Operation erholt. Doch wie steht er damit im Vergleich zu seinen letzten Jahren da? Das letzte Mal, dass er nach vier Saisonstationen 112 oder weniger Punkte hatte, war 2016 – damals fuhr er aber mit einem gebrochenen Arm. Davor hatte er zuletzt 2009 einen solch schlechten Saisonstart – das war bislang aber auch die letzte Saison, in der er kein voll unterstützter Werksfahrer war.
  • Clement Desalle ist auch einer der Fahrer, die dieses Jahr in einem Lauf schon einen Nuller verbuchen musste – und da gibt es dieses Jahr schon viele. Nur neun Fahrer der Königsklasse konnten bis jetzt in jedem einzelnen Lauf Punkte sammeln. Vor einem Jahr waren es noch weniger, da hatte nur sechs Piloten in allen Rennen gepunktet.
(ConwayMX)
  • Kawasaki hat dieses Jahr bisher nicht viel zu melden, denn es geht gerade mal ein Podest auf das Konto der Grünen. Und trotzdem ist es für Kawasaki ein recht anständiger Start in die Saison, denn derzeit halten zwei Grüne Piloten unter den besten Neun der WM-Tabelle. Das letzte Mal, dass so etwas passiert ist, war 2013 nach den ersten vier Saisonstationen: Gautier Paulin war Vierter und Tommy Searle Sechster.
  • Shaun Simpson fährt vielleicht nicht besser denn je zuvor, aber er ist konstanter als in den letzten Jahren geworden. Simpson holte beim Grand Prix von Trentino 24 Punkte – seine persönliche Bestleistung beim Rennen in Pietramurata. Das ist ein gutes Zeichen, er braucht jetzt nur etwas Schwung, Zeit und Selbstvertrauen.
  • Bei Shaun Simpson können wir noch tiefer graben: Nach den ersten vier Saisonstationen hat er 88 Zähler auf dem Konto. 2016 hatte er zu diesem Zeitpunkt im Jahr 105 Punkte geholt – das ist aber auch das einzige Mal, dass er einen besseren Saisonstart als jetzt hatte. Und nun sollte man noch bedenken, dass er in der Winterpause noch lange nach einem Team suchen musste.
(ConwayMX)
  • In dieser Faktenauflistung ist es unmöglich, Ivo Monticelli und seine Fortschritte auf der Standing Construct KTM zu ignorieren. In der Tabelle haben wir die Punkte zusammengetragen, die er in den letzten Jahren jeweils in den ersten vier Rennen der Saison gesammelt hat – in MXGP und MX2. Diese Zahlen sprechen für sich.

2019

66

2018

9

2017

29

2016

0

2015

45

2014

1

2013

8

2012

7

  • Der Grand Prix von Trentino war das beste Rennen, welches Ivo Monticelli je gefahren ist: Er holte 31 Punkte am gleichen Tag. Beim Grand Prix der Schweiz im Jahre 2017 holte er auf den Rängen zwölf und sieben 25 Punkte, was bisher sein bestes Ergebnis war. Das war sein letztes Jahr in der MX2-Klasse.

Text: Lewis Phillips | Fotos: ConwayMX | Übersetzung: Toni Börner

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