Interview: Tommy Searle

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Der Schlamm von Mantova hat Tommy Searle einige Kopfschmerzen bereitet. Das Wochenende schloss er als 18. ab, nachdem er im zweiten Rennen nicht über Rang 13 hinaus gekommen war. Aufgeben will er aber nicht und der Kawasaki-Pilot ist sich sicher, dass er schon bald wieder konstant in die Top-Ten fahren kann.

MX Vice: Was für ein Wochenende! Was sagst du, war es okay?

Tommy Searle:Ich habe gute Ergebnisse geholt – aber nicht gute Punkte.

Aber es hätte gut werden können, es gab positive Anzeichen. Klar, es ist nicht gelaufen, wie du dir das vorgestellt hast, aber das ist ja das ganze Jahr schon so, oder? Wie siehst du das? Positiv? Negativ?

Positiv ist, dass ich gesund bin. Ich glaube, dass wir einige kleine Verbesserungen erreichen konnten, aber das Team… In der Pause konnte ich selbst nicht testen, aber sie waren mit Christophe Pourcel unterwegs. Wir hatten gedacht, dass es da mit der Abstimmung in eine gute Richtung gegangen ist, aber ich bin letzte Woche Britische Meisterschaft gefahren und für mich hat das nicht gepasst. Wir sind im zweiten Rennen auf die Abstimmung zurück, die mir besser gepasst hat, aber das Material hatten wir dann dieses Wochenende nicht hier.

(ConwayMX)

Wir suchen viel herum, denn ich hatte nur ein Setup, was ich vorher nie gefahren bin. Ich konnte einfach das Motorrad nicht fahren. Ich trainiere viel, ich fahre viel und ich weiß, wie man ein Motorrad fährt. Gestern habe ich mich aber gefühlt, als hätte ich das Motorrad gerade zu Weihnachten bekommen, als wäre das mein erstes Motorrad und ich müsste das erste Mal damit fahren. Ich habe es quasi probiert und es ging schief.

Heute war es etwas besser, wir haben wieder die alte Gabel reingesteckt, das war besser. Das Wetter ist uns entgegenkommen, weil es die Strecke langsamer gemacht hat. Es war kein großartiges Wochenende, aber ich bin gesund, kann weiter machen. Das Team weiß jetzt auch ungefähr meine Richtung, daher hoffe ich auf Positives… Ich hoffe, dass wir in Portugal eine bessere Richtung einschlagen können.

Das Pourcel-Setup aus dem ersten Rennen von Canada Heights war das, was du dieses Wochenende hattest? War das die Basis?

Ja, das war sie und das war so ziemlich alles, was wir hatten. Das hat einfach für mich nicht gepasst. In der Theorie sah es wie die richtige Richtung aus, aber eben nicht für mich. Ich glaube es wäre besser gewesen, wenn stattdessen ich in Frankreich getestet hätte – das wollte ich ja auch eigentlich.

(ConwayMX)

Sie haben ja hart gearbeitet, da will ich ja nichts sagen, aber für mich passt das nicht. Das wissen wir jetzt. Ich glaube, dass sie jetzt besser wissen, was ich auf einem Motorrad haben will. Ich hoffe, dass wir das jetzt nutzen können und das Motorrad dort hin bringen, dass ich mich wohl darauf fühle und es fahren kann, wie ich es immer gemacht habe und wie ich eben auch trainiere.

Da euer Truck von hier direkt nach Portugal fährt, wird es noch eine Weile dauern, bis du bekommst, was du willst, oder?

Nein, glücklicherweise geht der Truck noch mal zurück. Er fährt auf dem Weg nach Portugal an Toulouse vorbei, nächste Woche sollte es besser laufen, da können wir hoffentlich besser anfangen. Sie arbeiten hart und geben alles, aber sie lernen das Motorrad auch erst kennen. Das sind aber alles kluge Leute, aber für mich sind wir halt manchmal in die falsche Richtung gegangen und dann in die GPs rein. Daraus haben wir gelernt. Das hat uns dieses Wochenende gekostet, aber die Saison ist noch lang.

Würde es etwas helfen, wenn Bobby wieder da wäre und ihr jede Woche fahren würdet?

Natürlich wäre es gut, wenn Bobby zurück wäre, dann wären wir zu zweit. Er sagt ja auch wie es ist – da wären wir dann zu zweit, die auf den Tisch hauen können. Für mich wäre es viel besser, wenn Bobby da wäre, hoffentlich ist er das bald.

(ConwayMX)

Sehen wir die positiven Seiten… vor dem Problem im ersten Lauf – welches wohl am Motorrad lag, wie es aussah – warst du richtig gut unterwegs.

Ja, der erste Lauf war eigentlich ein gutes Rennen. Ich bin bis in die Top-Ten vor gefahren, dann waren die Bedingungen aber richtig schwer. Da hatten einige Bikes klar Probleme. Bei mir ist einfach alles Wasser raus gelaufen. Ich wollte nicht mehr springen, weil ich schon gemerkt habe, dass sich das Motorrad verabschiedet. Ich musste es nur irgendwie nach Hause bringen. Da ich nicht springen konnte, habe ich viele Plätze verloren. Ich hätte irgendwo zwischen zehn und 13 ankommen sollen, dann wäre es kein schreckliches Wochenende geworden. So aber habe ich nur im zweiten Rennen Punkte geholt.

Sollte man es also so sehen, dass es gut ist, dass du auf einem Motorrad, welches dir nicht liegt, um die Plätze 10-13 kämpfen kannst? Heißt das, dass es in Richtung Top-Fünf geht, sobald du dich wohl fühlst?

Ja! Ich fühle mich ja gut. Ich arbeite hart, ich bin fit, ich bin gesund und ich kann Motorradfahren. Ich bin ja nicht wirklich schlecht auf diesen Maschinen.

Sicher? Wenn das deine erste Fahrt auf einem Motorrad von Weihnachten war…

Naja, so hat es sich irgendwie angefühlt, aber manchmal bin ich auch einfach sensibel auf einem Bike. Ich muss einfach nächste Woche wieder angreifen. Dieses Wochenende war nicht alles schlecht. Die Jungs im Team haben die Richtung verstanden, die ich brauche, ich hoffe, dass es in diese Richtung weiter geht und wir ein paar bessere GPs fahren können.

Interview: Lewis Phillips | Fotos: ConwayMX | Übersetzung: Toni Börner

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