Im Gespräch: Antonio Cairoli

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Antonio Cairoli hat bei der sechsten Saisonstation der FIM Motocross Weltmeisterschaft seine Serie an Top-2-Platzierungen zwar aufrecht erhalten, hätte aber um einiges besser abschneiden können. Er hatte ein weiteres, reinweißes Wochenende in den Händen, baute aber ungeschickte Fehler ein und musste sich zwei Mal mit Rang zwei zufrieden geben. Trotzdem war es natürlich ein starkes Wochenende für den Italiener – und man muss auch das Große-Ganze sehen, wie Cairoli im Interview mit MX Vicezu Protokoll gibt.

MX Vice: Zwei Mal Zweiter, das ist nicht das, was du dieses Jahr gewöhnt bist. Es waren aber auch deine eigenen Fehler, die dazu geführt haben, oder? Wie geht es dir damit? Du hattest den Doppelsieg zum Greifen nahe…

Antonio Cairoli: Ja natürlich! Auf der einen Seite bin ich happy, denn mein Ziel ist es auf dem Podest zu landen. Das sage ich schon immer – jedes Wochenende auf dem Podium und an die Weltmeisterschaft denken. Auf der anderen Seite bin ich enttäuscht, denn ich habe im ersten Lauf einen dummen Fehler gemacht. Ich habe das Motorrad abgewürgt. Ich war an dem Punkt einen Gang zu hoch und habe es einfach abgewürgt. Ich habe Zeit verloren und Tim [Gajser] konnte vorbei. Ich habe versucht, ihn wieder zu schnappen, aber der Rhythmus auf die letzten Runden war extrem hoch. Er war schwer zu überholen und verdient diesen Sieg.

(ConwayMX)

Im zweiten Lauf war ich nach dem Start Dritter, dann Zweiter und dann wollte ich so schnell es geht Clement [Desalle] überholen. Das hat nicht richtig funktioniert. Ich bin etwas eng gefahren und habe diese und jene Linie probiert. Ich bin nicht richtig glücklich damit, wie ich gefahren bin. Schließlich bin ich vorbei, aber auch Tim ist sofort an ihm vorbei gekommen. Ich hatte dann etwas Arm-Pump und habe durchgeatmet und versucht, relaxt zu bleiben. Ich habe dann an einer Stelle eine andere Linie genommen, die ich noch nie zuvor gefahren war und habe mich selbst dafür bestraft, denn ich bin gestürzt. Das war wieder mein Fehler. Ich konnte nicht sofort aufstehen, weil alle so eng da waren.

Ich war dann wieder Fünfter und bin in der nächsten Kurve direkt an Jeremy Seewer vorbei – ich glaube es war Jeremy. Ich war dann Vierter und habe versucht, Clement und Arnaud Tonus zu überholen. Das war nicht einfach. Da konnte sich Tim absetzen und für mich war es schwer, das wieder aufzuholen. Ich bin, wie gesagt, auf der einen Seite etwas enttäuscht, aber auf der anderen Seite geht das für die Meisterschaft in Ordnung. Es ist ein gutes Ergebnis. Ein weiteres Rennen abgehakt, schauen wir auf das Nächste.

Gestern war es eine Überraschung, dass du einen Schaufel-Reifen genommen hast. Woher kam diese Entscheidung und hast du den heute auch genommen?

Ja, damit bin ich beide Rennen gefahren. Das war nicht der beste Reifen, aber an manchen Stellen war er okay. An anderen hat er mir richtig geholfen, an wiederum weiteren Stellen war er ein wenig zu unklar. Ich weiß nicht. Am Ende musst du alles zusammen nehmen und dann sehen, wo er besser ist und wo nicht. Ich habe mich dafür entschieden. Vielleicht war das besser, vielleicht auch nicht. Ich weiß es nicht. Insgesamt war es okay. Ich bin zufrieden mit der Entscheidung aber mit den Rennen nicht wirklich richtig, richtig glücklich. Aber das Wochenende war ganz okay.

(ConwayMX)

Zwei Runden vor Schluss des ersten Rennens wurdest du von Zuüberrundenden aufgehalten. Danach hast du aber noch mal richtig angegriffen. War das der Frust nach dem Abwürgen?

Ja da war ich ziemlich frustriert. Ich habe ziemlich viel Erfahrung und ein solcher Fehler darf nicht passieren. Darum wollte ich ihn wieder holen, aber ich habe zwei Runden vor Schluss eben besagte Zeit verloren. Ich war nicht weit genug dran, aber ich hatte für ein paar Stellen den Plan, ihn zu überholen. Ich war aber nicht nahe genug dran. Es ist okay und ich wollte es im nächsten Rennen probieren.

Thema Überholen. Da war die Strecke dieses Wochenende komisch. Hart, aber nicht wirklich technisch und es gab nicht allzu viele Linien. Hattest du eine Lieblingsstelle zum Überholen? Gab es eine Stelle, wo du die sicher warst, dass es geht?

Ja, da hatte ich ein paar Stellen wo ich es wenigstens hätte probieren können. Wie du sagst: Die Strecke war komisch. Wenn du langsam fährst, sieht sie technisch aus. Da denkst du dir: Hier kann es den Unterschied machen und dies oder jenes – aber es sind dann alle unglaublich schnell gefahren. Von Tim bis zu Platz zehn war nicht viel Unterschied. Eine komische Strecke. Du kannst viel Speed durch die Kurven mitnehmen, an manchen Stellen gab es richtig viel Grip und an anderen überhaupt nicht. Alle waren ziemlich schnell. Das ist nicht die beste Strecke, wenn du als Fahrer den Unterschied ausmachen willst, aber am Ende bin ich zufrieden mit den Ergebnissen. Außerdem gesund und ein weiteres Rennen abgehakt.

(ConwayMX)

Im ersten Sektor hast du Tim immer aufgeraucht. Was hast du dort anders und besser gemacht? Dort hast du jede Runde acht oder neun Zehntel gut gemacht!

Der kleine Sprung nach der Boxengasse, da hatte ich schon gut Schwung nach der Ziellinie dieser Sprung und dann den Berg hoch, da gab es eine gute Linie. Tim war dort etwas vorsichtiger und ich war sehr gut unterwegs. Auch beim Sprung bergab. Ich glaube, dass es nicht wirklich eine Stelle gab, wo ich schneller war. Das war einfach ein Mix. Er war in anderen Sektoren viel schneller, der Speed war ähnlich.

Insgesamt läuft alles gut und es gibt Nicht, worüber man sich Sorgen machen müsst? Oder gibt es da etwas, was du gern ändern würdest – an dir oder dem Motorrad?

Nein, nur im Kopf muss ich ins Reine kommen, nach den dummen Fehlern, die ich gemacht habe. Sowas darf einem mit meiner Erfahrung nicht passieren. Daran können wir arbeiten. In diesen ganzen Jahren bin ich mit Druck zurecht gekommen. Wenn es an der Zeit ist, Punkte zu holen, habe ich das meistens gemacht. Mit meiner Erfahrung denke ich, dass wir das in den Griff bekommen und ich werde versuchen, solche Fehler zukünftig nicht wieder zu machen.

Interview: Lewis Phillips | Fotos: ConwayMX | Übersetzung: Toni Börner

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