Im Gespräch: Jorge Prado

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Neue Schnäppchen auf 24MX!

Reinweg von den Ergebnissen war die sechste Saisonstation der FIM Motocross Weltmeisterschaft „Bussines as usual“ für KTM-Pilot Jorge Prado – er holte beide Laufsiege und gewann den Grand Prix von Portugal. Aber es ging um einiges enger und heißer her als sonst: Besonders im Qualifyingrennen machte ihm Henry Jacobi das Leben schwer. Ob Prado sich Sorgen gemacht hat, dass er den Grand-Prix nicht auf dem obersten Treppchen beenden würde können verrät er im MX ViceInterview.

MX Vice. Wieder Erster-Erster. Das hast du schon oft geschafft, aber dieses Wochenende war nicht das Dominanteste deiner Karriere. Erzähl uns, was alles passiert ist und wie es dir ergangen ist.

Jorge Prado.Es war ein großartiges Wochenende. Samstag habe ich mich gut gefühlt und es hat richtig Spaß gemacht, mit diesen Jungs zu kämpfen. Normalerweise ist es ja oft so, dass ich den Start gewinne und mich dann absetzen kann. Jetzt musste ich kämpfen und das hat Spaß gemacht und war gut, denn ich bin das nicht gewöhnt und die Erfahrung war auf jeden Fall genial. Heute im Warmup fühlte ich mich auch wohl, da holte ich die Bestzeit. Im ersten Lauf war der Start perfekt und ich konnte mich absetzen. Das erste Rennen war – naja, ich würde nicht einfach sagen wollen – aber es lief alles zusammen und meine Pace stimmte. Es flowte. Ich brauchte nicht viel Kraft. Das zweite Rennen war hart.

(ConwayMX)

Ich holte den Holshot. Dann den ersten Berg runter gab es eine Doppellinie – ich bin innen rein und die war voll mit Schlamm, ich blieb stecken und Evans ist komplett außen herum an mir vorbei. Da hab ich mir gedacht: „Whoooaaa, wer ist dieser Typ da außen? Das ist `ne Honda, das ist Evans!“ Er hat richtig Druck gemacht. Ich habe ein solches Manöver nicht erwartet. Er ist ein richtig guter Fahrer und ist richtig gut gefahren. Von hinten war es cool. Ich wollte ihn erst schnell wieder überholen, denn ich habe die anderen hinter mir gesehen, wollte es dann aber nicht überstürzen, weil ich zwei Laufsiege und die rote Nummer haben wollte. Ich habe ein paar Fehler gemacht, dann aber wieder einen guten Rhythmus gefunden.

Wir sind richtig schnell gefahren, haben auf jeder Runde und das ganze Rennen über gepusht. Das war die ganze Zeit ziemlich fordernd. Ich bin ziemlich fit, daher habe ich das bis zum Schluss durchgestanden. Die Jungs hinter mir waren fünf Minuten vor Schluss etwas drüber und ich hatte auf die letzten drei Runden dann etwas Zeit zum verschnaufen. Da konnte ich cruisen und den Sieg holen. Ich bin wirklich froh, dass ich jetzt wieder die rote Nummer habe, das ist beruhigend. Die ganzen anderen Wochenenden über habe ich mir Druck gemacht, weil ich das unbedingt wollte, jetzt bin ich etwas ruhiger: Cool, jetzt geht’s weiter – sage ich mir.

(ConwayMX)

Nach dem Qualifying-Rennen musst du doch frustriert gewesen sein. Du hast dir die ganze Zeit Henry Jacobi von hinten anschauen müssen und neun Runden hintereinander hast du es in der letzten Kurve versucht und bist nicht vorbei gekommen.

Nein, das hat Spaß gemacht. Ich habe zwar viel Dreck und Steine gefressen, das hat mir natürlich nicht gefallen, aber der Fight war genial. Er hat richtig Druck gemacht, ich habe auch meinen Job gemacht. Ich habe auch viel gelernt. Als ich ihn überholte, hat er zwei Mal gekontert und da habe ich gewusst, dass ich irgendetwas besser machen muss. Das Qualifying-Rennen war richtig cool.

Glaubst du, dass es für dich dieses Wochenende enger war, weil die Strecke ziemlich flüssig und nicht so technisch war?

Das wussten wir schon aus den Vorjahren, dass du auf dieser Strecke prinzipiell keine Zeit zum Ausruhen hast und die ganze Zeit pushen musst, jede einzelne Runde und das konstant. Das haben alle gemacht. Auf dieser Strecke ist es schwer, den Unterschied auszumachen. Ich würde sagen, dass die ziemlich schwierig ist. Für das zweite Rennen wurde viel bewässert. Du musst den Vorsprung auf den ersten Runden holen. Die Strecke ist anstrengend und wenn sie austrocknet, kannst du nicht mehr davon fahren. Sie macht aber Spaß. Letztes Jahr war es mit den ganzen ausgefahren Furchen etwas einfacher.

(ConwayMX)

Im Warmup bist du raus und hast sofort die schnellste Zeit gefahren. Habt ihr über Nacht sehr viel umgebaut?

Nein. Null. Wir ändern nichts, wenn es schon gut läuft. Da brauchen wir nichts ändern. Am Samstag war alles gut, also brauchte es das nicht. Wir haben die ganze Saison schon ein gutes Setup. Wir konzentrieren uns mehr auf mich und ich war gestern auch schon gut gewesen. Wir müssen nur alles zusammen bringen. Der gute Start war für mich wichtig, genau wie das Pace bis zum Schluss halten.

Nach dem Waschbrett kommt dieser Ecken-Sprung den Berg runter, den du schon mal gemacht hast…

Ich werde alt, so was Verrücktes mache ich nicht mehr [lacht]. Spaß! Jedes Jahr sage ich mir Freitags bei der Streckenbegehung, das es schwieriger wird. Ich glaube immer noch, dass es möglich ist, weil ich es ja schon gemacht habe, aber wenn ich dann auf dem Motorrad sitze frage ich mich, warum ich es riskieren sollte. Vor zwei Jahren hätte ich dieses Mehr-Risiko noch gemacht, aber jetzt bin ich in einer Position, die mir gefällt und ich hinterfrage dann, ob das wirklich notwendig ist. Und das ist es nicht mehr. Es ist okay, an anderen Stellen schnell zu sein und die Zeit dort zu holen.

Interview: Lewis Phillips | Fotos: ConwayMX | Übersetzung: Toni Börner

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