Im Gespräch: Mitch Evans

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MX Vice Podcasts: MXGP of Portugal

Neue Schnäppchen auf 24MX!

Mitch Evans hat in seiner noch kurzen Grand-Prix-Karriere schon so ziemlich alles erlebt: Von den höchsten Höhenflügen über schwere Verletzungen und derbe Rückschläge. Beim Grand Prix von Portugal, der sechsten Saisonstation der FIM Motocross Weltmeisterschaft, kämpfte er um den Sieg und holte sich zum zweiten Mal in dieser Saison ein Wochenends-Gesamtpodium. MX Vicebat ihn zum Interview…

MX Vice: Seit Argentinien hat sich bei die quasi alles ein Mal um 360 Grad gedreht. Du warst mit Verletzungen und Problemen am Boden, jetzt bist du wieder auf dem Podest. Und nicht nur Podest… Du hast heute allen gezeigt, dass du so ein Ding auch gewinnen kannst. Alles gut?

Mitch Evans.Ja, definitiv. Das Podest in Argentinien, das konnte ich nicht richtig sacken lassen und ich habe es nicht so genossen, wie das heute – nach so ein paar schwierigen Wochen. Die Verletzungen sind ausgeheilt, ich trainiere wieder hart und mein Fitness-Level steigt – das hatte ich ja auslassen müssen. Ich fühle mich gut. Meine Starts sind auch viel besser geworden und das hilft eine Menge. In unserem Lager grinsen jetzt alle. Wir wissen, woran wir arbeiten müssen. Wir wollen über das Jahr noch ein paar Schritte machen und hoffentlich noch vor Saisonende einen Lauf gewinnen.

(ConwayMX)

Deine Starts sind besser. Liegt das an neuen Teilen oder Motorkonfigurationen? Hast du an dir gearbeitet?

Ja, in der Pause haben Livia [Lancelot] und unser Chefmechaniker getestet und sie haben ein gutes Paket gefunden. Das hat richtig geholfen. Ich habe auch meine Technik etwas umgestellt, das zahlt sich aus. Es kann alles sicher noch besser werden – aber nicht mehr viel besser.

Als du im zweiten Lauf dann in Führung warst: Hast du das realisiert oder war das eher so ein „Oh-Scheiße“-Moment?

Ja. Als ich außen herum an ihm vorbei bin, habe ich mir gesagt: ‚Soll ich ihn jetzt wirklich überholen? Ich bin mir nicht sicher, ob ich jetzt schon führen soll!‘ Ich hab’s trotzdem gemacht. Ich habe mir dann gedacht, dass ich mich einfach zusammenreiße, mir keine Sorgen über ihn hinter mir mache und versuche, das so lange es geht zu halten. Schließlich ist er wieder an mir vorbei und ich wollte dran bleiben, seine Linie studieren und so viel ich konnte lernen. Das ganze Wochenende war ich etwas hinter den Top-Jungs zurück, darum bin ich über dieses letzte Rennen richtig glücklich. Ich war schnell und das war richtig geil.

Du hast so ziemlich das halbe Rennen lang geführt. Hat dich das selbst überrascht? Hast du gedacht, du kannst das ins Ziel bringen?

Jedes Mal stand auf der Boxentafel: +1,2 Sekunden. Aber ich weiß, dass es auf dieser Strecke eine Art Jo-Jo-Effekt gibt. Ich habe mich einfach dazu motiviert, konzentriert zu bleiben und so zu fahren, wie ich das wollte. Ich durfte ja auch nicht pennen, auf der Strecke liegen viele Felsen. Es war aber ein gutes Gefühl da vorn. Ich habe mich da wohl gefühlt, eine Überraschung war das nicht.

(ConwayMX)

Du konntest auch Jorge Prado eine Weile hinterher fahren. Was hast du gelernt? Hat er Linien genommen, die du nicht genommen hättest?

Ja, definitiv habe ich da ein paar andere Linien gesehen und auch in einige Kurven dann etwas mehr Schwung mitgenommen. Daran werde ich diese Woche beim Training auch arbeiten.

Zwei Podeste in sechs Läufen ist vermutlich weitaus mehr, als du dir selbst erwartet hattest, oder? Was kommt als nächstes? Wenn du in Frankreich Dritter wirst – ist das dann für dich schon eine Enttäuschung?

Nein auf keinen Fall. Ein Podest jedes Wochenende und ich werde grinsen. Wenn ich dann jedes Wochenende noch etwas näher an die Spitze herankomme, werde ich super-happy sein – egal ob das ein fünfter Platz aber mit nur zwei Sekunden Rückstand oder so ist. Solange wir vorwärts kommen, die Qualifyings besser werden und meine Starts besser werden, ist alles gut. Ich freue mich auf Frankreich, meinen Heim-GP, wenn man so will. Eine tolle Strecke und ein geniales Publikum.

Anfangs hast du erwähnt, dass bei deinen Verletzungen alles gut ist, aber es scheint, dass du noch nicht 100-prozentig wieder fit bist. Nagt das noch etwas an dir?

Ja. Meinen Knien geht es gut – aber ich bin nach Arco die Französische Meisterschaft gefahren und habe mir den Daumen angeschlagen. Das macht mir noch etwas Probleme. Es war schon fast wieder gut, dann habe ich mir den im Qualifying-Rennen letzte Woche in Mantova wieder angeschlagen. Es ist jetzt nicht extrem schlimm, ich muss ihn halt nur bei jedem Rennen extrem dick verbinden. Aber alles andere… Das Wichtigste ist, dass mein normales Trainingsprogramm unter der Woche wieder läuft und das gibt mir Selbstvertrauen. Ich merke, wie meine Fitness jede Woche besser wird.

Interview: Lewis Phillips | Fotos: ConwayMX | Übersetzung: Toni Börner

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