Interview: Tim Gajser

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MX Vice Podcasts: MXGP von Frankreich

Weiterer Sieg für Tim Gajser. Es ist mehr als zwei Jahre her, dass der ehemalige Weltmeister an zwei aufeinanderfolgenden Grands-Prix gewinnen konnte. Sein Triumph beim Grand Prix von Frankreich war ein Statement und er hat einigen Lästerern die Mäuler gestopft. Was bedeutete ihm selbst dieser Sieg? MX Vice bat Gajser zum Gespräch.

MX Vice. Geschafft. Das war der letzte Punkt auf der To-Do-Liste auf deinem Comeback – Zwei Siege in Folge. Und das war ein Statement: Du hast das ganze Wochenende, jede Session, dominiert. Da gab es heute keine Zweifel an deinem Sieg…

Tim Gajser:Ich bin wirklich richtig happy. Zweite Woche in Folge ein 1-1. Darauf hatte ich gehofft. Ich wusste, dass ich den Speed habe. Ich musste nur etwas ruhiger und entspannter ran gehen. Ich hatte das ganze Wochenende über Spaß und habe es genossen. Ich bin wirklich glücklich über den Doppel- und Grand-Prix-Sieg.

(ConwayMX)

Du bist sicher schon mit ziemlich viel Selbstvertrauen hier her gekommen, denn das ist ja auch dein Wetter. In Trentino war das schon so. Portugal war etwas weicher, aber irgendwie ähnlich. Das war alles also nicht wirklich überraschend?

Genau, ich mag diese Bedingungen. Richtig harte Strecken mit Steinen. Das ist eben so wie die Strecken, die wir in Slowenien haben. Ich hatte mich echt auf hier gefreut. Ich habe alles gegeben und wir haben gewonnen. Das war gut für mich, für das Team und für alle. Ich hoffe, dass es in Russland so weiter geht, denn die Strecke mag ich auch richtig.

Eigentlich ist es keine Überraschung, wie dieses Wochenende für dich gelaufen ist, aber hast du dir trotzdem etwas die Augen gerieben, als du in beiden Trainings über eine Sekunde vorn warst? Sowas gelingt nicht vielen…

Ja da war ich überrascht, vor allem weil ich von meinem Gefühl her nicht mal gepusht hatte. Ich bin rund und sanft gefahren, habe gute und weiche Linien gewählt. Darum war ich so schnell. Ich war besonders nach dem freien Training und dem Qualifying richtig happy, als ich meinen Speed sah. Aber das musst du in den Rennen zusammen bekommen. Das haben wir heute auch geschafft. Ich bin glücklich, wie heute und gestern gelaufen sind. Ich hätte gern noch mehr solche GPs.

(ConwayMX)

Du sagst du hast den Kopf eingesetzt und das konnte man im zweiten Rennen auch sehen, als du hinter Tonus und Febvre warst. Nach fünf Runden sah es so aus, als sei dir langweilig geworden und du hast den Turbo gezündet. In zwei Runden hattest du beide und das waren ziemlich coole Manöver…

Ich hatte auch im ersten Rennen keine Eile. Im zweiten war mein Start katastrophal. Ich bin gegen das Gatter gefahren und war hinten, habe aber in den ersten Ecken ziemlich gute Manöver platzieren können. Ich habe mich durch das Feld gekämpft und dann waren nur noch Arnaud und Romain vor mir, da habe ich mir Zeit gelassen. Ich bin andere Linien gefahren um zu sehen, wo ich vorbei komme und habe zwei verschiedene Kurven gefunden.

Es war auf einer solchen Strecke nicht einfach, vorbei zu kommen, aber ich habe mir eben Zeit gelassen und habe mir genau angeschaut, wo sie lang fahren und wo ich schneller bin und wo ich verliere. Ich habe die Linien gewechselt und habe mich auf sie angepasst. Dann waren das zwei blitzschnelle Manöver und dann habe ich ein paar Runden lang einen Sprint hingelegt und bin vier oder fünf Sekunden raus gefahren und habe das Rennen kontrolliert.

Du hast Linien gesucht, auf denen du den Unterschied ausmachen konntest. Wo glaubst du, dass du Zeit gewinnen konntest – besonders in den Trainings, als du alle zerschmettert hast?

Ich glaube diese Strecke hat es nicht zugelassen, wirklich aggressiv zu fahren. Du musstest richtig sanft ans Gas gehen und runde Linien wählen. In die Ecken rein gab es vier oder fünf Linien. Da ging es nur darum, die richtige Spur zu nehmen und auch früh von der Bremse zu gehen, um den Schwung mitzunehmen. Am Ausgang musstest du richtig sauber fahren, besonders den Berg hoch. Das war der Sektor, in dem ich versucht habe, besonders sanft zu fahren.

(ConwayMX)

Ist dir eigentlich bewusst, dass du ziemlich verrückt bist? Du bist richtig gut darin, krasse Linien zu fahren. Gautier Paulin hat den Wall-Jump ganz oben gesprungen – hast du das auch in Erwägung gezogen? Ich glaube, dass du dafür verrückt genug bist…

Das habe ich gesehen, denn ich habe ihn ein paar Kurven vor diesem Abschnitt überholt. Ich habe gehört, dass er nicht gebremst hat und habe seinen Schatten gesehen, wusste also, wo er ist. Am Ende hab ich aber die Tür zugemacht, damit er nicht vorbei kommt. Das war ein richtig technischer Abschnitt auf dieser Strecke. Ich glaube, nur er hat das gemacht, niemand anders, und für mich – ich hatte das Gefühl es wäre schneller zu srubben und dann einfach durch zu rollen. Das war auch nicht ganz so risky, würde ich sagen. Das wollte ich nicht.

Nach Mantova warst du – berechtigterweise – ziemlich enttäuscht, das war kein gutes Wochenende. Jetzt bist du aber nur noch zehn Punkte hinten. Bist du da jetzt entspannter? Geht alles in der WM von null los?

Ja, das würde ich sagen. Es ist noch früh in der Saison. Ich wusste nicht mal, dass Tony… Sie haben mir nur angezeigt, dass er 20. war. Ich habe ihn nicht vor mir gesehen, daher musste er hinter mir sein. Für ihn war das ein GP wie für mich der in Mantova. Probleme und nicht gut gefahren. Wir sind nur Menschen. Jeder macht Fehler. Niemand ist perfekt. Ich will am Ende der Meisterschaft nur konstanter sein und nicht die Fehler wiederholen, die ich in der Vergangenheit schon mal gemacht habe. Am Ende glaube ich aber, dass die Konstanz kommen wird.

Interview: Lewis Phillips | Fotos: ConwayMX | Übersetzung: Toni Börner

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