Im Gespräch: Jorge Prado

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MX Vice Podcasts: MXGP von Frankreich

Jorge Prado hat den Grand Prix von Frankreich gewonnen und damit seinen Vorsprung in der Gesamtwertung behauptet. Sein Weg zum GP-Sieg war aber kein gerader, denn er wurde im ersten Lauf geschlagen. Hat das sein Ego angekratzt oder zusätzlich für Lauf zwei motiviert? Wir haben es ihn im MX Vice Exklusiv-Interviewin St. Jean d’Angely gefragt.

MX Vice: Du hast den Gesamtsieg geholt, wurdest aber im Rennen geschlagen und so etwas hat es lange nicht gegeben. Du hast heute alles aus Dir rausholen müssen, oder?

Jorge Prado:Ja. Es ist ziemlich schwierig, alle Rennen im Jahr zu gewinnen. Bis jetzt hatte ich alle gewonnen. Das ist aber nicht das Wichtigste. Wir konnten die Gesamtführung verteidigen und weitere Punkte holen. Es war ein schweres Wochenende, würde ich sagen, ein schwerer Sonntag. Im ersten Lauf bin ich am Start als Erster los und habe mich dann die ganze Zeit richtig gut gefühlt. Zwei Runden vor Schluss habe ich die falsche Spur genommen, konnte also nicht so viel Speed mitnehmen. Ich bin außen lang, aber das Problem war vorher schon da.

(ConwayMX)

Ich glaube ich habe am Ende des Rennens nicht genug Druck gemacht. Ich habe da irgendwie geträumt. Ich hatte ja noch Kraft. Das war einfach ein Renn-Fehler. Über das erste Rennen bin ich nicht glücklich. Ich bin anständig gefahren, das war ok, aber so ein Fehler darf nicht passieren. Im zweiten Lauf habe ich den Start gewonnen und dann das Rennen. Jago [Geerts] hat im zweiten Lauf wieder die ganze Zeit hart gepusht, aber so sieben Minuten vor Schluss habe ich mich abgesetzt und dann hat er glaube ich einen Fehler gemacht – ich weiß es nicht. Ich habe die letzten drei Runden einfach nur noch kontrolliert runter gefahren. Es war knapp, aber wichtig war der GP-Sieg.

Als dir deine Boxencrew im ersten Lauf angezeigt hat, wie eng er hinter dir ist, hast du dich da gewundert?

Nein. Ich habe eher gedacht: Mal schauen, wie lange er da bleibt. Ich wusste, dass er noch dran ist, das war einfach mein Fehler. Ich da draußen sicher nicht der Langsamste, daher war das einfach ein Fehler in meinem Rhythmus. Ich habe es selbst verbockt. Als die Rundenzeiten etwas in den Keller gingen, habe ich nicht genug Druck gemacht, das ist alles.

(ConwayMX)

Es ist sicher immer schwierig, wenn du vorn bist, einer aufholt und du nicht weiß, was er hinter dir anders macht. Du warst das ganze Wochenende über vorn, konntest dir also auch nicht anschauen, welche Spuren die anderen nehmen…

Ja, aber da war das Gute, das ja auch niemand auf mich aufgeholt hat. Wir sind die gleiche Pace gefahren. An manchen Stellen habe ich ziemlich heftig verloren, aber ich hatte einen guten Rhythmus. Ich habe mich auf mich konzentriert und alles lief gut. Es waren nur zwei Runden über, als er vorbei kam. Auf der letzten Runde habe ich noch mal alles gegeben. Ich habe gedacht, dass ich ihn in der letzten Kurve überholen kann, daher bin ich zwei Kurven vor Schluss richtig hart ran gefahren, habe am Ende der Spur dann aber das Gleichgewicht in die andere Richtung etwas verloren und es verbockt. Der Fight war aber ein toller!

Letzte Woche bist du im Qualifying-Rennen von Agueda geschlagen worden und das war gut, damit du auf dem Boden bleibst. Das war heute auch so, oder? Irgendwie neue Motivation?

Ja, stimmt. Sicher ist das neue Motivation und das motiviert mich vor allem noch mehr zu trainieren und noch mehr aus mir raus zu holen. Das habe ich schon immer gemacht, aber das spornt noch mal an. Ich sehe, dass ich noch besser werden kann. Ich hatte vorher schon den Raum für Verbesserungen bei mir gesehen, aber jetzt ist es eben, wie du sagst, dieses Quäntchen Extra-Motivation.

(ConwayMX)

Du wolltest unbedingt die rote Nummer haben, die hast du immer noch, aber der Vorsprung ist geschmolzen…

Ja, ich weiß gar nicht, wie viele Punkte es sind…

15

15 ist gut. Das ist besser als drei oder vier. Ich habe einen kleinen Vorsprung mit dem ich spielen kann, wenn ich das brauche. Aber wir werden versuchen, den auszubauen.

Für dich läuft es im Moment perfekt, sowohl Motorrad, als auch Fahrer scheinen tadellos zu laufen. Siehst du selbst etwas, was du gern verbessern würdest oder gibt es irgendwo Probleme? Vielleicht keine großen, aber irgendwas kleines, an dem du arbeiten willst?

Wir arbeiten ja im Prinzip an vielen Bereichen. Ich glaube, dass ich mich immer noch selbst verbessern kann. Ein Fahrer kann immer besser werden. Auch beim Motorrad können wir sicher noch kleine Schritte machen. Es  ist aber schon auf einem guten Level. Wir verbessern Schritt für Schritt kleine Dinge und können natürlich noch besser werden.

Interview: Lewis Phillips | Fotos: ConwayMX | Übersetzung: Toni Börner

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