Im Gespräch: Arnaud Tonus

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MX Vice Podcasts: MXGP von Frankreich

Arnaud Tonus hat 2019 einen unglaublich schlechten Saisonstart in die FIM Motocross Weltmeisterschaft erlebt. Bei ihm sind noch nicht zwei Rennen an einem Tag zusammen gelaufen. Umso beeindruckender ist es, dass er zuletzt eine Serie von dritten Plätzen reißen und zwei mal auf das Königsklasse-Podest fahren konnte. Im exklusiven MX Vice Interview spricht Tonus darüber.

MX Vice: Du bist plötzlich ein anderer Mensch! Du bekommst jeden Start und jede Runde einfach nur zusammen. Es scheint, dass du jetzt – sowohl fahrerisch, als auch vom Selbstvertrauen her – auf einem anderen Level bist. Wann hast du dich das letzte Mal so gut gefühlt?

Arnaud Tonus:Ich glaube das letzte Mal 2014, als ich konstant auf das Podest gefahren bin und irgendwie diesen Flow gespürt habe. Das ist lange her. Ich bin glücklich. Ich bin dankbar für alles. Ich will jetzt einfach versuchen, den Ball am Laufen zu halten.

(ConwayMX)

Du hattest jetzt ein perfektes Wochenende – oder ist irgendwas nicht nach plan gelaufen? Wo hattest du Probleme?

Nun ja, nur ein paar Steine. Im zweiten Lauf habe ich hier [Brust] einen großen abbekommen. Das hat weh getan, aber ich glaube das Problem hatten dieses Wochenende alle. Ich hatte gute Start und wie du sagst, es ist alles gut zusammen gelaufen. Ich bin richtig happy. Da kann man richtig genießen. Ich freue mich auf den nächsten GP.

Du warst jederzeit in guten Ausgangslagen. Gibt es etwas, worüber du jetzt enttäuscht bist und warum du nicht gewinnen konntest? Hast du an einem Punkt mal daran geglaubt und gedacht es sei möglich?

Ich habe darüber nachgedacht, Romain [Febvre] zu überholen. In den Rennen habe ich es probiert. Er war in manchen Abschnitten schneller und ich in anderen, aber ich habe die ganze Zeit auch geglaubt, dass ich solide fahre. Ich wollte es nicht übertreiben. Mein Ziel war klar, dass ich an ihm vorbei gehe, aber der Rest war solide. Ich bin gut gefahren, der Speed war da. Ich hatte Spaß auf dem Motorrad. Es ist super-cool. Die Fans waren in Stimmung, weil Romain vor mir war. Ich habe da auch Kraft aus der Stimmung gesaugt, auch wenn sie natürlich nicht mich angefeuert haben, war das ziemlich cool.

Zwei Podeste in Folge. Letzte Woche war klar zu sehen, wie viel dir das bedeutet hat. Ist das heute noch wichtiger für dich? Zwei Mal in Folge auf dem Podest unterstreicht doch, dass du hier permanent hin gehörst…

Ehrlich gesagt, momentan realisiere ich noch gar nicht, was hier alles vor sich geht. Wie du schon sagst, das erste Podest waren große Emotionen, das hat vielleicht etwas mehr rein gehauen, aber jetzt, wo es so weiter geht, ist das schwer zu realisieren. Ich bin einfach glücklich und dankbar für alles. Ich genieße den Moment.

(ConwayMX)

Hast du irgendwelche Änderungen vorgenommen, die zu diesem Schritt nach vorn geführt haben?

Nein. Am Motorrad haben wir gar nichts geändert. Ich bin glücklich mit dem, was wir haben. Es fühlt sich nur an, als wäre mir mental ein großer Schritt gelungen und daran habe ich schon eine ganze Weile gearbeitet. Es scheint, dass ich jetzt Einiges verstanden habe und das zahlt sich aus, darum bin ich einfach nur glücklich.

Bist du zu Beginn der Saison etwas vorsichtiger gefahren weil du wusstest, dass du dich nicht verletzen darfst? Zahlt sich das jetzt aus?

Sicher, auch wenn ich nicht die ganze Zeit darüber nachgedacht habe. Aber irgendwo sitzt das, wenn du solche Verletzungen durch machst. Du hast dann schon manchmal etwas Angst. Das ist nicht gut fürs Selbstvertrauen, aber das ist Teil dieses Sports und ich bin insgesamt sehr glücklich, dass ich das alles überstanden habe. Im Moment komme ich wieder auf ein gutes Level.

Glaubst du, dass du jetzt in einer Position bist, in der du gewinnen kannst? Oder brauchst du da noch einen kleinen Schritt?

Ich glaube ich war dieses Wochenende schon nah dran. Tim [Gajser] war sicher ein wenig schneller als wir, aber das war nur marginal und weniger, als sonst. Es scheint, dass Tony [Cairoli] und Tim auf einem eigenen Level waren. Bei den letzten beiden GPs sind wir aber alle enger zusammen gerückt. Auf meiner Seite, ich glaube, dass ich ziemlich nah dran war. Jetzt geht es mehr um kleine Details. Ich glaube daran, dass wir das schaffen können.

Interview: Lewis Phillips | Fotos: ConwayMX | Übersetzung: Toni Börner  

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