Interview: Romain Febvre

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MX Vice Podcasts: MXGP von Frankreich

Vor gut einer Woche hat Romain Febvre sein Racing-Comeback gegeben und schon gleich wieder gezeigt, dass er nichts verlernt hat und man sicher bald wieder mit Siegen von ihm rechnen muss. Der Grand Prix von Frankreich war für ihn ein erfolgreiches Pflaster für die Rückkehr: Er sammelte vor 38.000 Fans Führungskilometer und Stand am Ende auf der Kiste. Ist er selbst überrascht von seinem schnellen Comeback? Lewis Phillips traf den Ex-Weltmeister am Sonntagabend und sprach mit ihm über das Wochenende.

MX Vice: Klar, das ist erst dein zweites Rennen nach dem Comeback also hat auch keiner Großes erwartet, aber innerhalb nur einer Woche ist dir ein massiver Schritt nach vorn gelungen und du hast gezeigt, dass du bald wieder für Siege gut sein wirst…

Romain Febvre: Ja, das ist das Ziel! Die Saison hatte ziemlich gut angefangen. Wir haben auch noch Spaß. Es war aber eine schwere und lange Zeit. Ich glaube, ich bin noch nicht fertig. Es war besser. Ich denke mein Speed ist ziemlich gut, denn seit Portugal kann ich auch auf eine Runde schnell fahren. Die Rennen sind etwas schwieriger aber insgesamt bin ich richtig zufrieden. Aufs Podest zu fahren ist jetzt das Sahnehäubchen.

(ConwayMX)

Ich hatte ein richtig gutes zweites Rennen. Ich habe den Holeshot erwischt und damit ist es auf dieser Strecke viel einfacher. Ich habe lange Zeit geführt und hatte mich darauf eingestellt, am Ende noch etwas Extra raus zu holen. Tim [Gajser] kam an mir vorbei – er war schneller. Ich habe versucht, ihm eine Runde lang zu folgen, habe da aber ein paar Fehler gemacht und er kam etwas davon. Insgesamt bin ich zufrieden. Fünfter und Zweiter – das ist ziemlich gut. Mit etwas mehr Training hätte ich sicher um den Sieg kämpfen können.

Das erste Rennen war interessant, denn im ersten Teil davon konntest du richtig Druck machen. Dann sind deine Zeiten etwas eingebrochen, aber später hast du die Pace wieder angezogen. Musstest du dich nur etwas ausruhen, weil die Verletzung eben doch noch nicht lange her ist?

Ich hatte einen guten Start und war dann hinter Arnaud Tonus und bin seinen Linien gefolgt. Ich war manchmal sogar so nah dran, dass ich über eine Attacke nachgedacht habe. Ich war nahe dran und habe dann einen großen Stein gegen die Brille bekommen. Danach habe ich etwas Blut in der Brille gehabt – daher habe ich langsamer gemacht, denn ich konnte zwar sehen, aber nicht perfekt.

Ich habe mir dann gedacht, dass ich das Rennen vielleicht nicht zu Ende fahren kann, weil da Blut war und habe dann Fehler gemacht und bekam richtig schlimmes Arm-Pump. Ich war nur im mittleren Rennteil etwas langsamer, um wieder in einen Rhythmus und Flow zu kommen. Aber ich hatte keinen Flow. Als ich sah, dass vor mir Desalle und Seewer fuhren und ich nicht schneller konnte, habe ich mich schlecht gefühlt und mir gedacht, dass ich eben doch schneller fahren können muss.

(ConwayMX)

Ich habe dann von allem etwas probiert und habe aufgeschlossen. Clement machte einen Fehler, also bin ich vorbei. Ich war dann an meinem Teamkollegen auf Vier dran, aber habe das nicht mehr geschafft. Für das zweite Rennen wusste ich, dass wenn ich es aufs Podest schaffen will, ich das kleine Extra brauche. Und das hatte ich dann.

Du hast seit deiner Verletzung jetzt das erste Mal gesehen, wie intensiv es vorn zu geht. Bist du über diese Entwicklungen seit Argentinien überrascht? Oder hast du eher gedacht: Wenn ich wieder bei 100 Prozent bin kann ich das auch ganz locker?

Ehrlichgesagt weiß ich das nicht. Ich hatte eigentlich erwartet, dass die Jungs in meiner Verletzungspause schneller werden, sicher. Aber, wie ich schon in Portugal gesagt habe: Ich saß gerade mal acht Tage auf dem Motorrad und bin dann da wieder hin. Nicht, um auf heimischen Boden zurück zu kommen, sondern weil es dort etwas schwieriger ist. Ich hatte dann aber Samstags schon einen richtig guten Speed, auch Sonntag. Ich wusste, dass das Rennen dort aber etwas schwieriger werden würde.

Ich war überrascht, dass die Jungs nicht… naja, sagen wir es mal so… ich war nicht überrascht, dass ich schnell war, aber es war überraschender, dass sie nicht viel schneller als ich gefahren sind. Das hilft natürlich und dann glaube ich natürlich, dass ich bald wieder dran bin. Ich konnte zwischen Portugal und hier nicht fahren, das hat es nicht leichter gemacht. Wir glauben, dass wenn ich noch ein paar mehr Stunden auf dem Bike kriege, dann kann ich wieder um Siege kämpfen, ganz bestimmt.

(ConwayMX)

Der French MXGP ist natürlich beeindruckend und du liebst es hier. Die Fans sind unglaublich. Aber ist es für dich etwas schwieriger, wenn du hier nicht hundertprozentig fit bist? Alle wollen einen Doppelsieg von Dir sehen – aber das war und ist eben nicht immer möglich…

Sicher! Die Fans sind großartig. Das ist ganz klar. Manchmal denken sie aber eben, dass alles möglich ist aber da bin ich realistisch. Ich will nicht darüber nachdenken. Dieses Wochenende kamen viele und haben gesagt: Dieses Wochenende Podest! Da habe ich allen gesagt, dass das schwierig wird, denn natürlich wird nicht alles nach außen getragen. Ich war krank. Mein Fuß schmerzt manchmal noch. Ich habe von mir selbst gar nichts erwartet, wollte nur Fortschritte machen und auf dem Motorrad sitzen und mit den anderen Jungs spielen. Das habe ich gemacht. Für die Fans war es sicher etwas Besonderes, dass ich beim Heimrennen führen konnte. Ich hoffe, dass ich hier das nächste Mal gewinnen kann.

Wie weit bist du noch von 100-prozentiger Fitness entfernt? Wie lange wirst du noch bis zu deiner Form aus Argentinien brauchen?

Das ist schwer zu sagen. Ich glaube, dass in den beiden freien Wochen jetzt noch viel vorwärts geht. Jetzt kann ich das aber noch nicht sagen, aber wenn ich dann kein Armpump mehr habe, bin ich vielleicht bei 80 Prozent oder so. Dieses Wochenende war schon viel besser und ich habe meine Beine immer mehr vorsichtig absetzen können. In Portugal waren die Kurven eng und da war ich noch vorsichtiger, damit ich mit den Fuß nicht verdrehe, da bin ich defensiv gefahren. Dieses Wochenende war das nicht mehr ganz so, aber ich habe eben noch nicht viel auf dem Bike gesessen. Ich musst stärker werden, körperlich und mental. Ich denke, dass ich mit diesen zwei Wochen vor Russland jetzt Zeit habe, um dann wieder näher ran zu rücken.

Interview: Lewis Phillips | Fotos: ConwayMX | Übersetzung: Toni Börner

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