Im Gespräch mit: Adam Sterry

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MX Vice Podcasts: MXGP von Frankreich

Adam Sterry sind in den letzten Wochen ein paar große Schritte nach vorn gelungen, das zeigt auch das beste Ergebnis seiner Karriere zuletzt beim Frankreich-Grand-Prix. Sterry erwischte aufgrund einer perfekten Strategie zwei gute Starts und konnte in beiden Rennen sechste Plätze nach Hause bringen – und das obwohl St. Jean d’Angely nicht zu seinen Lieblingsstrecken im Kalender gehört. Lewis Phillips hat sich mit ihm am Sonntagabend getroffen und ihn zum MX ViceInterview gebeten.

MX Vice: Konstanter Tag! Das können wir ja nicht oft sagen. Vor dir ist niemand gestürzt, es gab keine Dramen – es war einfach solide von dir und genau das hast du gebraucht, oder?

Adam Sterry:Ja, genau! Es ist lange her, dass in der ersten Runde vor mir keiner hingefallen ist. Es gab aber ein Problem mit dem Gatter. Ich weiß nicht, wie so etwas in der Weltmeisterschaft möglich sein kann, aber die haben nachgefedert, das hat man sogar im 450F Rennen gesehen. Im zweiten Rennen habe ich fast den Holeshot geholt. Ich habe selbst sogar gedacht, dass ich als Erster über die Linie bin und die Fox-Holeshot-Platte bekomme. Im ersten Rennen war es auch schon ein guter Start gewesen, aber im Zweiten war das besser.

(ConwayMX)

Also wie du sagst: zwei konstante Rennen. Theoretisch ist das meine schlechteste Strecke im Kalender. Wenn ich vor der Saison da eine hätte raus picken müssen, wäre es diese hier gewesen. Ich habe auch das ganze Wochenende über das Gefühl gehabt, dass ich Probleme habe, meine Beine waren die ganze Zeit im weg. Ich bin schon eine Weile nicht mehr bei solchen Bedingungen gefahren, das war noch nie meine Stärke. Ich habe mich das ganze Wochenende gefühlt, als würde ich in Schwierigkeiten stecken. Aber mit meinen Ergebnissen bin ich zufrieden. Ich glaube das war mein bestes Ergebnis überhaupt, der fünfte Tagesrang.

Dein bestes überhaupt? Sicher?

Ich glaube schon, ja. Du bist doch der Statistiker! Ich bin schon Sechster gewesen, aber Fünfter glaube noch nicht.

Du sagst, dass das nicht deine Lieblingsstrecke ist. Du hast dich das ganze Wochenende nicht gut gefühlt. Hast du dich da einfach auf dich konzentriert und daher keine Fehler gemacht?

Irgendwie schon. Ich glaube die Fehler… ein paar habe ich gemacht, aber das passiert im Motocross die ganze Zeit. Ich glaube aber, dass ich immer ein Sturz-Magnet war. Wenn auf der ersten Runde jemand gestürzt ist, dann wurde ich da fast immer mit rein verwickelt. Es tut gut, dass das diese Woche nicht so war. Ich bin mit dem Ergebnis nicht gänzlich zufrieden, denn ich habe ja an mich selbst Erwartungen und ich erwarte von mir, auf das Podest zu fahren.

Ich weiß, dass ich das kann. Ich habe das diese Woche auf meiner schlechtesten Strecke bewiesen – wenn ich eben einen guten Start erwische und nicht in Stürze verwickelt bin. Das ist ein Fortschritt. Es ist noch früh in der Saison, wir haben erst ein Drittel abgewickelt. Ich will noch darauf aufbauen und werde hart arbeiten. Ich bin mir sicher, dass ich noch mehr aus mir raus holen kann.

(ConwayMX)

Deine Starts waren das ganze Jahr schon gut, aber zuletzt richtig gut. Gefühlt warst du am Start immer unter den ersten Fünf. Gab es bei dir Motorupdates oder irgendwas in der Richtung?

Nein, gar nichts. Wir haben nur die Übersetzung etwas geändert, sonst nichts. Das Motorrad ist noch gleich wie in Argentinien. Ich wusste schon letztes Jahr, dass meine Starts besser werden müssen. Wenn du als Letzter startest, gibt es keinen Weg auf das Podest. Daran haben wir richtig hart gearbeitet. Das ist ein wirklich wichtiger Teil des Rennens. Ich kann das. Ich liege noch etwas hinten. Um mit Prado und Vialle mitzuhalten, muss ich noch etwas leichter werden, aber das ist nicht unmöglich.

Ich gebe alles und heute hat es mir geholfen, am Start zu springen. Ich habe mich auf dem Metall etwas weiter hinter gestellt, denn ich wusste, dass das Gatter wackelt. Ich habe dann einfach du Kupplung schnipsen lassen und habe es beide Male perfekt getimt. Ich weiß nicht, warum das die anderen nicht gemacht haben, aber vielleicht hat es mir ja ein wenig geholfen, dass ich in der Schule war.

Du bist jetzt vorn mitgefahren, hast du dir da etwas gravierendes anschauen können? Oder bist einfach die Linien der Spitze mit gefahren?

Nicht wirklich. Es gab nicht viele Linien. Ich glaube, es ist dann einfach einfacher, einen Rhythmus zu halten und du wirst nicht so müde, wenn du nicht das ganze Rennen über kämpfen und Dreck fressen musst. An den letzten Wochenenden habe ich mich gefühlt, als hätte einer mit der Schrotflinte auf mich geschossen, so viel Steine und Dreck habe ich abbekommen. Ich war überall blau und grün. Es ist daher viel besser, vorn zu starten und dann die Pace mit zu gehen.

(ConwayMX)

Ich muss noch etwas schneller werden und mich etwas mehr reinhängen. Ich bin einfach in meinem Limit gefahren. Ich wollte keine Fehler machen, das habe ich gebraucht. Ich brauchte zwei solide Ergebnisse und das hat mich auf den fünften Tagesrang gebracht – nicht weit weg vom Podest.

Deine Uhr in der MX2-Klasse läuft ja ab. Wirst du langsam etwas nervös noch das zu schaffen, was du dir vorgenommen hast, bevor du gehen musst?

Sicher, das ist immer so. Da mache ich mir echt Gedanken drüber. Das ist großer Druck auf meinen Schulter und ich muss ja auch einen Platz für kommendes Jahr finden. Es gibt nicht so viele Teams und dagegen viele Fahrer. Das schwirrt mir permanent im Kopf rum, aber ich glaube, dass ich es damit auch nur schlimmer mache. Ich muss dieses Jahr versuchen, jedes Rennen zu genießen und das Maximum aus mir herauszuholen. Das ist alles, was ich machen kann, so ist meine Einstellung. Der wichtigste Teil ist zu versuchen, sich nicht zu verletzten. Damit haben wir bisher einen guten Job gemacht und ich hoffe, dass das so weiter geht.

Auf einer Skala von 1 bis 10: Wie zufrieden ist Marc de Reuver mit dir?

Das weiß ich nicht, das musst du ihn fragen. Ich denke mal happy.

Hat er dich angeschrien?

Nein. Er hat noch nie wirklich geschrien. Nur bei Henry Jacobi ein bisschen. Es ist alles gut. Wir sind alle gut. Wir arbeiten alle hart. Wir pushen uns alle gegenseitig. Ich mache, was er sagt und so lange ich mache, was er sagt, dann hat er ja auch nichts, über das er sich beschweren kann.

(ConwayMX)

Henry ist nicht hier, das nehme ich mal auf. Hast du eine Idee, warum er Ben [Watson] nach dem Zeittraining killen wollte? Ben ist weg, Henry ist weg…

Ich weiß es nicht. Ich hatte mich schon bereit gemacht, dazwischen zu gehen. Ich habe sie auf der Strecke gesehen. Henry ist mein Teamkollege und Ben ist ein guter Freund von mir. Als sie sich zum Start-Training aufgestellt haben, ging es los. Ich wollte dazwischen gehen. Ben ist ihm auf einer schnellen Runde in den Weg gekommen, soweit ich das mitbekommen habe. Henry mag so etwas überhaupt nicht – wie die meisten von uns. Sie haben sich nur unterhalten. Ich bin mir sicher, dass sie das regeln, wenn sie sich auf der Strecke wieder begegnen. Ich hoffe, dass ich dann da bin und handeln kann.

Interview: Lewis Phillips | Fotos: ConwayMX | Übersetzung: Toni Börner  

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