Interview: Arnaud Tonus

· 4 Lesedauer

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MX Vice Podcasts: MXGP von Lettland

Arnaud Tonus ist nicht aufzuhalten! In Lettland holte er am vergangenen Wochenende sein vierte Podest in Serie.

MX Vice:Deine Serie reißt einfach nicht ab – ab jetzt nur noch Podeste, oder? Es scheint ja auch egal zu sein, auf welchem Untergrund wir fahren – du bist vorn dabei!

Arnaud Tonus:Eigentlich gut, dass du das ansprichst! Auf so einer Strecke ist das noch etwas mehr besonders, denn die Bedingungen waren nicht wirklich die, mit denen ich aufgewachsen bin. Ein guter Schritt, ich bin super-happy. Portugal ist auch etwas schwierig und sandig, Frankreich und Russland sind dann eher meine Strecken gewesen. Darum bin ich umso glücklicher, dass ich es hier in Lettland aufs Treppchen geschafft habe.

(ConwayMX)

2017 hattest du hier einen schlimmen Unfall. Hier hattest du selten Glück. Wenn es dir irgendwo schwer fallen sollte, dann ja doch hier…

Ja das stimmt. Ich bin mental nicht gerade gut hier her gekommen. Ich habe das Rennen hier eher als Geschenk gesehen und wollte nur alles geben, was ich kann. Es scheint, dass wir gut sind. Ich habe mich das ganze Wochenende über gut gefühlt. Das Qualifying-Rennen war gut, aber das dann am Sonntag noch mal umzusetzen steht auf einem anderen Blatt.

Manche vergessen manchmal: Das ist erst deine zweite Saison auf der 450F. Wenn man sich da andere Fahrer wie Seewer anschaut, ist das alles noch beeindruckender. Es geht alles ziemlich schnell…

Ja, auch da hast du recht. Letztes Jahr war ich gar nicht da, das ist mein zweites Jahr auf der 450F. Morgen werde ich 28. Ich habe das eigentlich schon fast vergessen. Ich hatte ein paar Jahre an Verletzungen und schwere Zeiten, das ist jetzt besonders erfrischend. Es ist eigentlich schwer, das selbst zu glauben. Wenn ich sehe, wo ich vor einem Jahr war – da war ich nicht einmal mehr sicher, ob ich jemals wieder in Dirt-Bike würde fahren können, weil meine Schulter komplett zerstört war. Das ist beeindruckend.

(ConwayMX)

Im ersten Rennen hast du Führungskilometer gesammelt – und das zum ersten Mal seit langer, langer Zeit. Was ist dann passiert? Arm-Pump? War es einfach schwer? Bist du mit deinen Gedanken abgedriftet? Hat dich die Situation überfordert?

Natürlich! Es war eine Weile her, darum hatte ich ein paar Runden echt zu schnaufen und musste mich nur auf hinten konzentrieren. Ich hatte einen kleinen Vorsprung, zwei Sekunden. Jeffrey hat aber am Ende einige harte Attacken geritten und er kam zurück. Ich muss noch lernen und wachsen, damit ich das auch kann. Ich hoffe das gelingt mir bald.

Hat es dir geholfen dann hinter Jeffrey Herlings hinterher fahren zu können? Hast du dann Zeit gehabt, durchzuatmen und ihn zu studieren? Du bist ja auch wieder etwas ran gekommen.

Nicht wirklich, denn als er vorbei war, hat er das Tempo angezogen, um sich auf den letzten beiden Runden etwas abzusetzen. Ich konnte nichts lernen. Ich habe einfach alles gegeben, was ich konnte. Es war ein harter Kampf. Ich blieb zwar dran und ich habe auch versucht, wieder an ihm vorbei zu kommen, aber er hat sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen lassen und gewonnen.

(ConwayMX)

Und das zweite Rennen? Frustriert? Du hättest den Gesamtsieg holen können…

Am Ende hat mir Kraft gefehlt, um ehrlich zu sein. Ich weiß nicht, ob ich im Kampf in Lauf eins einfach zu viel gegeben habe. Ich konnte Jeremy nicht mehr schnappen. Er hatte einen kleinen Rückstand auf Gajser. Ich habe am Ende noch einen kleinen Fehler gemacht, als Romain Febvre an mit vorbei kam. Es ist etwas schade, dass ich so nah am Sieg war und es trotzdem nicht geschafft habe. Ich bin trotzdem auf dem Podest, das ist stark – aber das zweite Rennen war etwas schwerer, klar.

Deine Serie geht jetzt seit Portugal. Bist du jetzt, einen Monat später, ein noch besserer Fahrer? Glaubst du, dass du gewachsen bist?

Ja sicher! Ich wachse als Fahrer auf unterschiedlichen Strecken und Bedingungen. Das hier war für mich ein richtig cooler Schritt. Ich lerne, früh vorn dabei zu sein und den Druck der Jungs von hinten im Griff zu haben. Das bin ich nicht gewöhnt. Ich habe in der Schweiz einen Lauf gewonnen, aber jedes Wochenende vorn sein – das ist ganz anderer Druck.

(ConwayMX)

Wir haben das schon ein paar Mal gehabt, aber die Frage bleibt: Was ist in Portugal passiert, wie hast du das Ruder rumgerissen? Machst du seither etwas anders?

Ja, ich glaube schon, dass etwas passiert ist, aber ich bin mir nicht sicher, ob ich da jetzt drüber sprechen möchte. Ich habe Jahr um Jahr sehr an der mentalen Seiten gearbeitet. Es scheint, dass ich da jetzt etwas gefunden habe. Es kommt die Zeit, da werde ich darüber sprechen, aber nicht jetzt.

Kannst du uns nur verraten, ob es mental oder technisch war?

Mental. Am Motorrad habe ich nichts verändert.

Es gab jetzt viele zweite und dritte Plätze. Ist der GP-Sieg jetzt das Ziel für den Rest der Saison?

Solche Erwartungen oder Ziele habe ich nicht. Ich konzentriere mich einfach darauf, was ich gerade mache und will einfach Spaß haben, mich entwickeln und alles geben. Das ist meine Einstellung.

Interview: Lewis Phillips | Fotos: ConwayMX | Übersetzung: Toni Börner

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