Im Gespräch: Ben Watson

· 4 Lesedauer

Neue Schnäppchen auf 24MX!

MX Vice Podcasts: MXGP von Lettland

Ben Watson hat zuletzt einige starke Rennen gezeigt und das Pech scheinbar abgestreift. Beim Grand Prix von Lettland verpasste er das Podest knapp.

MX Vice: 4-4 als Tagesergebnis, das ist solide.

Ben Watson: Ja, es ist eine lange Zeit ohne gute Ergebnisse gewesen. Gestern hab ich schon mal wieder einen guten Start erwischt und konnte mein eigenes Rennen fahren, war Dritter. Das hat mit bestätigt: Wenn ich einen guten Start erwische, kann ich mithalten. Hier ist der Start eh etwas unfair, da musst du im Qualifying gut dabei sein. Im ersten Rennen habe ich den Start nicht so gut erwischt, konnte aber in der ersten Kurve zu machen und war Sechster.

(ConwayMX)

Ich vermied einen Sturz, fuhr eine solide erste Runde und war Dritter. Nicht schlecht, aber für die Spitze hat meine Pace nicht gereicht. Die hinter mir waren nicht so schnell, da bin ich mein eigenes Rennen gefahren, als Jacobi ausgefallen war. Hinter mir waren 30 Sekunden Luft – und zu Platz eins glaube 20.

Im zweiten Rennen habe ich einen besseren Start erwischt. Das war für mich dieses Wochenende positiv. Ich hatte auch ein ein klein wenig besseres Rennen. Aber die Strecke war im zweiten Lauf komplett beräumt und flach, das war etwas frustrierend, denn ich habe es lieber technischer. Ich bin dann aber wieder mein eigenes Rennen gefahren.

Die Strecke war unglaublich schnell und das war sogar etwas angsteinflößend, daher habe ich mein Potenzial nicht voll abgerufen. Gegen Halbzeit bin ich richtig gut gefahren. Ich wurde wieder Vierter. Ich habe mich wieder ein wenig wie der Alte gefühlt. Insgesamt bin ich glücklich mit dem Dritten gestern und zwei Vierten heute. Ich muss jetzt langsam darauf aufbauen.

(ConwayMX)

Jorge Prado hat genau das gleiche gesagt, dass die Strecke zu sehr überarbeitet worden ist. War es im Qualifying-Rennen härter und rauer?

Ja, das war viel härter. Im Qualifying war es sicherer. Sie haben alle Bodenwellen gelassen und nur die Absprünge bearbeitet. So sollte es auch sein, damit die Rennen gut und sicher sind, damit wird die Strecke langsamer. Aber die Absprünge müssen gemacht sein, damit du nicht quer kommst. Das war gut, aber der Rest…

Die Sprünge haben aber nicht gehalten. Nach ein paar Runden war es wieder ziemlich knifflig. Unmöglich. Das war richtig komisch. Zwei oder drei Kurven hatten sie gelassen, der Rest war geebnet. Gegen Ende des Rennens kamen dann aber die alten Furchen ziemlich schnell wieder. Trotzdem: So sollte es nicht sein.

(ConwayMX)

Im Qualifying warst du der einzige, der im Waschbrett innen doppelt gesprungen ist. Ein paar haben es dann aber versucht, sind aber raus getragen worden. Selbst im MXGP konnte das keiner so konstant wie du. Hast du dort etwas gefunden?

Nicht wirklich, aber solche Abschnitte liegen mir, da kann ich auf dem Motorrad richtig gut arbeiten. In Argentinien ist es auch eben dieser lange Abschnitt, in dem ich gut bin. Vielleicht habe ich da mit meinen langen Beinen Vorteile und kann mit dem Motorrad spielen. Ich war da einfach konstant.

Im ersten Rennen hatte ich keine gute Linie, hab die Sektion zwar gut erwischt, war aber langsamer. Ende des Rennens habe ich das geändert und war dann schneller. Im ersten Rennen habe ich einen kleinen Fehler gemacht und muss froh sein, dass ich sitzen geblieben bin. In der MXGP hat es dort so viele verrückte Stürze gegeben, da bin ich jetzt froh, dass ich nach Deutschland fahren kann.

(ConwayMX)

Starts. Qualifying Perfekt, erstes Rennen schrecklich und zweites gut. Wo stehst du? Start-Problematik behoben?

Ja und nein. Wenn ich gut starte, ist alles gut. Wenn ich kleine Fehler mache nicht. Ich muss präzise sein, sonst liegst du zurück. Ich wiege fast 80 Kilo, wenn ich zu früh schalte, geht es in den Keller und die schnupfen mich auf – wie im zweiten Rennen. Im Qualifying war es gut. Das war ein richtig perfekter Start, der hätte nicht besser sein können.

Wenn ich so viel wie Prado wiegen würde, würde ich den Holeshot locker holen. Im ersten Rennen habe ich die Kupplung zu sehr rutschen lassen und bin einfach zu langsam aus dem Gatter gefahren.

(ConwayMX)

Seit Frankreich läuft es – im Gesamtbild mit Russland und hier – recht gut. Du hattest hier in den Rennen Henry Jacobi im Griff. Es läuft gerade, oder?

Ja, definitiv. Ich fühle mich langsam viel besser. Ich bin noch nicht dort, wo ich weiß, dass ich sein kann oder hin will, aber ich kann nach dem Saisonstart auch nicht zu viel verlangen. Es ist ja alles schief gegangen, was schief gehen konnte – und das lag ja nicht einmal an mir. Zwei Mal sind Leute direkt vor mir gestürzt und ich konnte nicht ausweichen. Das hat mich etwas runter gerissen. Mein Enthusiasmus war nicht mehr der, der er normalerweise ist. Dann habe ich einfach angefangen, langsam wieder aufzustehen und nicht aufzugeben. Ich komme da hin zurück, wo ich hingehöre, ich hoffe, dass das jetzt jedes Wochenende weiter geht.

Will dich Henry Jacobi immer noch killen? Ich hatte Sorge, als er im ersten Rennen hinter dir war? Ist das ad Acta gelegt oder hat er noch ein Problem?

Nein, ich denke er hat ein Problem mit allen Fahrern. Egal, wer das ist, ich glaube er hat ein Problem. In Russland habe ich ihn ziemlich gut überholt.

Auch dort hatte ich Sorge.

Ich muss einfach zeigen, dass ich keine Angst vor ihm habe. Er hat im Fahrerlager einen leicht schlechten Ruf. Du musst bei ihm einfach etwas cleverer sein, denn er hat keine Angst, sich selbst umzubringen oder dich runter zu fahren.

Interview: Lewis Phillips | Fotos: ConwayMX | Übersetzung: Toni Börner

Wir benutzen Cookies! Mit dem Nutzen dieser Website, erklären Sie sich mit unseren Cookies einverstanden!
Mehr
Fantasy MX Manager
Play & Win Prizes!