Nachbesprechung: Tim Gajser

Tim Gajser zum Großen Preis der MXGP von Indonesien

· 3 Lesedauer
Summer-Sale auf 24MX!
Folge @MXVice auf Instagram.

Beim Großen Preis von Indonesien hat Tim Gajser zum sechsten Mal in Folge die GP-Wertung der MXGP-Klasse gewonnen. Im ersten Lauf siegte er souverän, im zweiten Lauf musste er sich erstmals seit dem ersten Rennen von Lettland vor drei Wochen in einem Moto geschlagen geben – und mit Rang zwei begnügen. In der WM-Wertung hat er seinen Vorsprung aber auf 133 Punkte ausgebaut.

MX Vice: Erneuter Gesamtsieg. Nicht beide Rennen gewonnen, aber trotzdem okay, oder? Über einhundert Punkte Vorsprung… Trotzdem enttäuscht über Lauf 2?

Tim Gajser: Eigentlich bin ich glücklich, wie beide Tage gelaufen sind. Im zweiten Lauf habe ich den Holeshot geholt und mich schon um drei Sekunden abgesetzt, dann aber einen Fehler gemacht. Ich habe mich so schnell es ging wieder gesammelt. Ich wollte Jeremy Seewer schnell wieder überholen, denn er war vor mir – und dann wollte ich an Romain Febvre wieder vorbei, aber der hatte eine zu gute Pace. Ich konnte ein paar Sekunden aufholen, vielleicht zwei, aber dann habe ich mich für Platz zwei entschieden. Das hat für einen weiteren GP-Sieg gereicht, ich bin absolut glücklich.

(Ray Archer)

Wie viel hattest du noch „im Tank“, als dir Seewer im ersten Lauf gefolgt ist? War da noch viel übrig? Ich glaube, wir haben Tim Gajser lange nicht wie Tim Gajser fahren sehen, auch nicht in Deutschland.

Klar, es ist immer ein geniales Gefühl, wenn du ein Rennen gewinnst und du genau weißt, dass du dafür nicht 100 Prozent abrufen musstest. Wenn mich jemand schwer unter Druck setzen würde, hätte ich noch was im Köcher. Ich kann noch härter pushen. Das ist immer ein geniales Gefühl. Ich bin froh, dass wir im Winter so hart gearbeitet haben und ich so gut in Form bin – und mit der Honda und der HRC habe ich ein tolles Motorrad und Team. Im ersten Lauf habe ich sechs, sieben Sekunden komfortablen Vorsprung gehabt und das Rennen dann nur noch kontrolliert. Ich wusste, dass es noch heißer wird und die 35 Minuten damit noch länger.

Was ist bei deinem Sturz im zweiten Rennen passiert?

Der Sturz war nicht schlimm, ich hätte den fast abgefangen. Ich bin an einer Kante abgesprungen. Es war trocken und steinig. Der Hinterreifen ging einfach rum und ist weg gerutscht, einfach ein bisschen zu viel, um es abzufangen. Ich habe eigentlich nur das Motorrad gedreht und bin gar nicht richtig gestürzt, nur umgefallen. Und das Bike abgewürgt.

Es ist nicht gleich wieder angesprungen, weil der dritte Gang steckte. Ich musste erst den Leerlauf suchen. Jeremy packte ich sofort, aber Romain hatte sieben oder acht Sekunden – das war zu viel.

(Ray Archer)

Bist du sauer auf dich, dass du gestürzt bist? Oder hat dich das angespornt a la: Das hatten wir doch hinter uns!?

Ja, absolut. Ich mein, das passiert, das passiert allen. Kleinere Stürze, wie auch bei mit in Teutschenthal im ersten Lauf und hier im zweiten. Ich werde weiter daran arbeiten, klar. Ich konzentriere mich auf die Rennen, aber trotzdem kannst du Fehler machen, besonders bei so einem harten Boden. Die Strecke war in Abschnitten auch richtig eng. Ich werde aber versuchen, solche Fehler in der Zukunft nicht wieder zu machen.

Wie lange hast du noch versucht, Febvre abzufangen?

Drei Runden. Nachdem ich an Jeremy vorbei war, vielleicht noch fünf Minuten. Ich konnte etwas ran fahren, vielleicht zwei Sekunden, aber es waren noch immer fünf. Romain ist gut gefahren und er hatte ein richtig hohes Tempo. Wenn ich näher hätte ran kommen wollen, hätte ich mehr riskieren müssen. Das war aber nicht nötig. Ich habe den GP auch mit diesem zweiten Platz gewonnen. Es ist halt nur schade, dass es mein Fehler war. Trotzdem: Wir müssen einfach unsere Lehren daraus ziehen.

(Ray Archer)

Was denkst du ehrlich über diese Strecke?

Gestern war sie ziemlich flach und eben. Ein wenig kurz. Manchmal sehr eng. Aber Ende des zweiten Rennens heute hat es richtig Spaß gemacht, es gab viele verschiedene Linien. Mir hat es gefallen, dass zwischen den Rennen nichts an der Strecke gemacht wurde. So blieb sie rau, mit tiefen Furchen und allem. Das war gut. Du konntest überholen. Denn gestern habe ich mir die MXGP und MX2 Läufe noch mal im Fernsehn angeschaut und es war schwer zu überholen. Da gab es nur eine schnelle Linie. In den Kurven gab es da nicht so viele Spuren, heute war das schöner.

Interview: Lewis Phillips | Fotos: Ray Archer | Übersetzung: Toni Börner

Wir benutzen Cookies! Mit dem Nutzen dieser Website, erklären Sie sich mit unseren Cookies einverstanden!
Mehr
Fantasy MX Manager
Play & Win Prizes!