Nachbesprechung: Tim Gajser

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Über die Leistungen von Tim Gajser beim MXGP von Asien gibt es nicht viel zu sagen: Erneut ein perfektes Wochenende. Ledilich im Training gab es ein kleineres Problem, ansonsten konnte er die WM-Führung weiter souverän ausbauen.

MX Vice: Wieder gewonnen, wieder die WM-Führung ausgebaut. Du liegst jetzt 100 Punkte vorn. Ein Traum von einer Saison, oder?

Tim Gajser: Genau. Einfach unglaublich. Ich fühle mich auf dem Motorrad einfach unglaublich gut und wohl. Wir arbeiten sehr gut zusammen mit dem Team – die perfekte Kombination. Ich kann mir keine bessere Saison vorstellen. Sieben GP-Siege in Folge ist unglaublich. Wir hoffen, dass es so weiter geht.

(Ray Archer)

Wo lag dieses Wochenende deine Wohlfühlzone? War es hier etwas schwieriger für dich, als in Palembang?

Die beiden Rennen waren etwas einfacher. In Palembang war die Strecke eng, richtig klein und schmal. Dort hattest du keinen Moment, zum Durchatmen. Dort war es schneller, lange Geraden und so. Hier hat sich heute der zweite Lauf eher wie ein Training angefühlt. Ich bin gecruist und hatte Spaß. Ich hatte richtig gute Linien, konnte locker flockig schnell fahren. Ich bin neun Sekunden davon gefahren und hatte alles unter Kontrolle.

Im Training bist du auf der letzten Runde gestürzt und hast dir den Fuß etwas verdreht…

Das hat mir richtig Angst gemacht, besonders der Sturz selbst. Ich konnte nicht auftreten und er wurde innen sofort warm. Ich hatte unglaubliche schmerzen und habe unterm Helm geweint. Ich habe mich geärgert, dass ich so hart gepusht habe, denn ich war ja schon eine Sekunde vorn. Auf so einer Strecke sind Fehler schnell passiert, denn es war sehr rutschig. Es gab quasi gar keine Traktion. Mir ist beim Absprung das Hinterrad quer gegangen und ich bin hart aufgeschlagen.

Ein großer Dank geht da an unsere Physio, mit dem wir sehr hart gearbeitet haben. Er hat mich das ganze Wochenende über gut behandelt, damit mein Fuß bestmöglich agieren konnte. Im Qualifying-Rennen habe ich mich schlecht gefühlt, da war ich nicht so entspannt und nicht ich selbst, darum habe ich mich mit dem dritten Platz begnügt. Heute ging es dem Fuß besser und ich konnte Druck machen und die Renne kontrollieren.

Im zweiten Lauf musste ich aber kämpfen, weil mein Start nicht der Beste war. Ich musste mich erst von drei wieder auf eins kämpfen. Insgesamt bin ich aber happy mit den beiden GP-Siegen in Indonesien. Ich freue mich auf zuhause.

(Ray Archer)

Musst du dich mit dem Fuß diese Woche etwas schonen?

Ich glaube unser Physio hat einen richtig guten Job gemacht, das werde ich morgen sehen. Nach den Rennen wird es sicher schmerzhaft, aber ich glaube es ist nichts Schlimmes. Ich werde diese Woche zuhause normal trainieren können.

Du bist einer, der harte Strecken mag. Die anderen haben alles gesagt, dass es hier etwas zu hart war. Das war hier ein ganz anderes Level als Frankreich oder Deutschland. Wie hat es dir gefallen?

Wie schon gesagt musstest du sehr vorsichtig sein, gerade bei der Linien-Wahl. Du musstest die Strecke im Rennverlauf genau beobachten. Dort wo alle lang sind, wurde es härter und härter und dann rutschig. Die Hauptlinie konnten wir dann nicht mehr fahren. Es war für’s Überlegen schwierig. Es war aber nicht wie Frankreich oder so.

Diese Strecken dort sind mit Steinen gespickt, aber es gibt viel Traktion, wie die davon fliegen und die Strecken gewässert werden. Hier hatte ich im zweiten Lauf keine Traktion, die Spuren waren extrem tief. Hier musste man sauber fahren und nicht zu viel drücken.

(Ray Archer)

Jorge Prado und du, ihr habt euch gestern über das Wässern der Strecke beschwert. Dieser Abschnitt war heute besser, oder?

Joar, da haben sie einen gute Job gemacht. Es ist nicht leicht, die Strecke über den Tag hinweg in Schuss zu halten, besonders bei so vielen Rennen und Motorrädern auf der Strecke. Es waren ja auch die Indonesien-Meisterschaften und so dabei. Im zweiten Rennen hatten wir in manchen Kurven drei Linien.

Wenn du mehr Linien hast, ist es einfacher zu überholen. Es war aber definitiv brutal. Es war sicher auch für die Streckenvorbereiter von Youthstream nicht einfach. Du kannst es aber auch nicht jedem recht machen.

Hast du dir schon überlegt, wo du die WM gewinnen kannst?

Ich weiß nicht, wie groß der Vorsprung ist, ich weiß nur, dass er groß ist.

Willst du es wissen?

Wie viel ist es?

Wenn es so weiter geht, bist du in Lommel Weltmeister!

Ach quatsch!

Unglaublich, oder?

Wirklich?

(Ray Archer)

Japp. In Lommel, Mitten in der Saison, könntest du den Sack zu machen…

Unglaublich, so eine großartige Saison! Das war aber alles auch nicht einfach. Wir hatten Probleme und schwere Zeiten mit dem Team. Ich selbst habe mich nicht wie ich selbst gefühlt und jetzt freue ich mich für alle. Für mich, für das Team, für Slowenien, für alle. Wir haben richtig hart gearbeitet.

Ich glaube zwölf GPs sind um, aber wir haben schon so viel gewonnen. Es ist schwer zu beschreiben, wie glücklich ich im Moment bin. Ich hoffe, dass wir den Schwung mitnehmen und sitzen bleiben können, damit es in Tschechien und Lommel so weiter läuft.

Wenn es so gut läuft, machen Teams meist auch Zugeständnisse. Wie sieht’s dieses Jahr bei dir mit dem Monster Energy Cup aus? Ist das eine Option?

Definitiv, da denke ich drüber nach. Das ist noch nicht offiziell, aber ich denke, dass wir das dieses Jahr machen, wenn alles nach Plan läuft. 2017 hat mir das richtig getaugt. Ich war nicht in Bestform. Wenn wir aber den Schwung hier aus der Saison mit in den Monster Cup nehmen und uns gut vorbereiten können, dann denke ich, dass ich auch im SuperCross gut unterwegs sein kann.

Text: Lewis Phillips | Fotos: Ray Archer | Übersetzung: Toni Börner

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