Im Kreuzverhör: Calvin Vlaanderen

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Beim zwölften Saisonlauf der FIM Motocross Weltmeisterschaft 2019 hat es Calvin Vlaanderen erstmals in diesem Jahr auf das Podest geschafft. Vlaanderen will davon mehr – denn er weiß, dass seine Zeit in der MX2-Klasse dem Ende entgegen geht.

MX Vice: Erstes Podest in diesem Jahr. Eigentlich gehörst du jede Woche dort hin, aber du hattest viele Verletzungen. Ist das Pech jetzt abgehakt?

Calvin Vlaanderen: Es ist richtig gute, wieder auf dem Podest zu sein. Eigentlich witzig, dass es erst das erste Mal in diesem Jahr ist. Der Saisonstart war ja gut, da war ich drei Mal in Folge Vierter. Dann war es schwer, besonders mit der Verletzung. Ich habe nicht mal erwartet, so schnell wieder auf dem Podest zu sein. Ich bin noch nicht wieder richtig fit und mir fehlt noch etwas Speed.

Dieses Wochenende war der Plan einfach, zwei gute Rennen zusammenzubekommen. Letzte Woche war ich im zweiten Rennen einfach komplett hinüber.

(Ray Archer)

Nach deiner Verletzung hast du dir jetzt auch kein einfaches Rennen für das Comeback ausgesucht, gerade mit der Hitze.

Ich hatte ja nicht wirklich eine Auszeit. Bei meiner Fußverletzung musste ich mich ein paar Wochen ausruhen, besonders mit der Infektion. Ich durfte überhaupt nicht schwitzen und ich wollte mir auch keine neue Infektion holen. Die Pause war frustrierend. Ich war aber trotzdem im Fitti und habe mich um meinen Oberkörper gekümmert, da habe ich härter denn je zuvor trainiert. Das kommt mir jetzt natürlich zu Gute.

Letzte Woche war ich echt müde, denn so intensiv, wie die Rennen sind, das kannst du nicht trainieren. Dieses Wochenende ging es schon besser.

(Ray Archer)

Hat es dir da vielleicht auch geholfen, dass ihr diese Woche nicht trainieren konntet?  In Europa hättest du sicher irgendwo auf dem Motorrad gesessen.

Die Woche frei war gut für mich. Wir waren auf Bali und ich konnte mich etwas erholen. Selbst in Europa habe ich meinen Körper aber immer gut im Blick. Nach einem Wochenende, wo ich so kaputt bin wie letztes, da schlafe ich meist den ganzen Montag.

Ich höre auf meinen Körper. Wenn er Pausen braucht, dann mache ich Pause. Ich brauche nicht so viel Zeit auf dem Motorrad. Ich trainiere lieber technisch. Ich brauche ein gutes Gefühl, einen guten Fluss und dann fahre ich gut.

Du warst jetzt beide Male hier auf dem Podest. Du scheinst die Strecke zu mögen. In Indonesien dürften wir wahrscheinlich keine bessere Strecke als die hier finden…

Es ist schwer mit der Hitze und der Sonne, den ganzen Tag blauer Himmel. Die Strecke ist heiß und aus rotem Ton, das ist hart und rutschig. Einerseits macht es das technisch, andererseits ist es für uns etwas gefährlich. Die Streckenvorbereitung war dieses Wochenende nicht die beste. Aber das ist für alle gleich. Wenn du merkst, dass es gefährlich ist, fährst du auch gleich viel ruhiger, das habe ich dieses Wochenende zumindest so gemacht.

(Ray Archer)

An manchen Stellen war es echt gefährlich, noch schlimmer, wenn gewässert wurde. Viele beschweren sich, aber Rui Goncalves und Co machen einen richtig guten Job. Viel mehr konnten sie dieses Wochenende nicht machen.

Downhill-Tripple: Den Sprung hast du nicht im Ganzen genommen. Wie hast du das da eingeschätzt?

Ich habe das letztes Jahr probiert, weil es ein paar andere auch gemacht haben. Dieses Jahr habe ich es im Freien Training nicht gemacht und das aufs Zeittraining geschoben. Aber auch dort habe ich es nicht probiert und mir das fürs Rennen aufgehoben. Aber auch da. Ich habe es einfacher angehen lassen und das war vielleicht etwas langsamer, dafür aber auch sicherer.

(Honda Racing Corporation)

Es ist dein letztes Jahr in der MX2, da hast du sicher noch ein paar Ziele, die du erreichen willst, oder?

Ehrlichgesagt denke ich jetzt zum Ende der Saison etwas mehr nach. Anfang des Jahres habe ich nicht über das kommende nachdenken wollen, nicht über Verträge oder Ergebnisse. Ich will noch ein paar Läufe und GPs gewinnen. Sechs sind noch übrig, da ist noch Zeit. Von einer Verletzung zurück zu kommen ist aber nie leicht und ich wusste, dass es Zeit braucht.

Während der Verletzungspause habe ich da nicht drüber nachgedacht, aber jetzt tickt die Uhr. Jetzt geht die Vertragsphase los, da wartet niemand darauf, dass ich wieder fit bin. Ich muss jetzt liefern.

So ist das eben. Ich weiß, dass ich gute Ergebnisse liefern kann. Mit guten Ergebnissen, bekomme ich für nächstes Jahr ein gutes Motorrad. Natürlich ist das einerseits Stress, auf der anderen Seite aber konzentriere ich mich auf mein Training, gute Starts und ein paar gute Rennen.

(Honda Racing Corporation)

Du kannst also zu nächstem Jahr noch nichts sagen?

Ich habe nichts unterschrieben. Es ist nichts offiziell.

Siehst es wenigstens gut aus?

Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Da wisst ihr vielleicht mehr als ich. Im Moment hänge ich in der Schwebe. Es gibt einige Gespräche, aber es ist alles offen. Ich weiß selbst nicht, was passieren wird.

(Ray Archer)

Ich freue mich jetzt aber auch erst Mal aufs Nations dann zu hause in Assen.

Text: Lewis Phillips | Fotos: Ray Archer | Übersetzung: Toni Börner

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