Interview: Romain Febvre

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Romain Febvre hat seine lange Durststrecke beendet: Beim Grand Prix der Tschechischen Republik in Loket dominierte er das Wochenende, holte seinen 13. GP-Sieg und ist zurück an der Weltspitze. Zuvor hatte er zuletzt 2016 beim Grand Prix von Frankreich 2016 ganz oben auf dem Tagespodest gestanden – damals fuhr Jeffrey Herlings noch MX2 und Febvre war zweifacher Weltmeister.

MX Vice: 1149 Tage. So lange ist dein letzter GP-Sieg vor heure her. Das ist unglaublich lange und die Zeit dazwischen war wahrscheinlich nicht die schönste für dich. Aber heute hast du es wieder geschafft, ein unglaublich emotionaler Sieg für dich, oder?

Romain Febvre.Ja genau. Es war ein langer Weg, wieder zu gewinnen, mit all den Verletzungen und so. Ich bin wirklich glücklich darüber. Das ganze Wochenende über habe ich mich gut gefühlt, auch auf dem Motorrad. Ich habe keine Fehler gemacht, habe zwei gute Starts erwischt. Mir mach es wieder Spaß, auf diesem Level zu fahren und ich hoffe jetzt auch in Lommel auf ein gutes Wochenende.

(ConwayMX)

Das Pech ist nun abgehakt und du hast die Seuche vom Stiefel geschüttelt…

Ja, viel gibt es nicht zu sagen. Ich wusste seit dem ersten Rennen in Portugal, dass ich noch einen weiten Weg vor mir habe, mein Fuß war nicht in bestem Zustand. Das Ergebnis war gut, aber danach in Frankreich habe ich gemerkt, dass mein Speed passt. Mein Speed ist eigentlich immer gut. Ich musste nur ein paar kleine Puzzle-Teile sortieren.

Manchmal war ich der Schnellste, machte am Sonntag aber Fehler. Manchmal war ich nicht der Schnellste, fuhr aber trotzdem Sonntags gute Rennen und auf das Podest. Ich war lange nahe dran an diesem Sieg. Hier war es ein wirklich starkes Wochenende und ich holte zwei Siege. Das ist immer noch mal einen Ticken mehr besonders. Ich habe das ganze Wochenende lang keinen Fehler gemacht.

Schnell warst du das ganze Jahr über. Wann hast du aber das letzte Mal das Gefühl gehabt, so gut gefahren zu sein, wie heute?

Schwer zu sagen. In Frankreich war ich richtig gut. Es waren viele gute Rennen dabei, aber meist nicht ein ganzes gutes Wochenende. In Palembang habe ich den zweiten Lauf gewonnen, aber das erste Rennen war nicht gut und so war ich Gesamt-Zweiter. In Lettland habe ich mich gut gefühlt und ging auf der letzten Runde an meinem Teamkollegen vorbei und schaffte das Podest. Dieses Wochenende hier war ich einfach schneller als alle.

Ich mag Loket, die Strecke ist richtig rutschig. Von Jahr zu Jahr wird es hier welliger und welliger, das gefällt mir und kommt meinem Fahrstil entgegen. Da habe ich auch wahrscheinlich ein paar Stärken gegenüber den anderen.

(ConwayMX)

Du hast in deiner Karriere schon so ziemlich alles gewonnen. War das heute aber wieder wie ein erster Sieg? Warst du am Ende des zweiten Rennens vielleicht sogar etwas nervös?

Ehrlichgesagt nicht so sehr. Im ersten war es etwas schwerer, weil ich Druck auf meinen Teamkollegen gemacht hatte und dann Erster war. Dann wusste ich, dass ich mir keine Fehler erlauben darf. Im zweiten Lauf habe ich mich viel besser gefühlt, denn nach dem Start wusste ich, dass ich den Knackpunkt gut erwischt hatte. Ich habe mich abgesetzt und dann keine Fehler gemacht. Ich habe nicht weiter nachgedacht, wollte aber den Gesamt-Sieg und habe es kontrolliert.

Ich habe mich nur auf meine Linien konzentriert. Nach rund 20 Minuten habe ich mein Motorrad zwei Mal auf der gleichen Runde abgewürgt, da kamen die anderen natürlich wieder ran. Der Vorsprung schmolz von fünf auf drei Sekunden. Dann habe ich wieder ein paar Runden rausgehauen und mich abgesetzt.

Du warst in allen Sessions schnellster. Da brauchtest du nicht nervös werden oder so, du wusstest, dass du es kannst…

Ja genau. Wir hatten den Vorsprung. Wir waren alle gar nicht so eng beieinander, daher wusste ich, dass ich pro Runde eine Sekunde schneller kann als die anderen. Natürlich macht dir das das Leben einfacher. Du brauchst über nichts nachdenken und es läuft einfach von Anfang an.

(ConwayMX)

Das ist nun abgehakt. Du willst bestimmt mehr jetzt, oder?

Na klar! Jedes Wochenende ist eine neue Herausforderung. Nächste Woche geht es wieder bei Null los. Ich würde so gern in Lommel gewinnen. Das ist die schwerste Strecke der Welt, würde ich sagen. Ich mag den Sand. Ich habe mich auf Lommel vorbereitet. Letzte Woche bin ich nur im Sand gefahren. Ich bin auch die Dutch Masters gefahren. Ich fühle mich wohl und hoffe, dass Lommel genau wie hier läuft.

Text: Lewis Phillips | Fotos: ConwayMX | Übersetzung: Toni Börner

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