Nachbesprechung: Jorge Prado

· 3 Lesedauer
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Die Piste von Loket bietet nicht allzu viele Möglichkeiten der Linienwahl oder anders zu fahren – und trotzdem hat Ausnahmekönner Jorge Prado das geschafft. Über das gesamte Grand-Prix-Wochenende hinweg konnte ihm niemand das Wasser reichen. Am Ende stand sein zwölfter Tages-GP-Erfolg des Jahres zu Buche. In der WM-Tabelle führt er mit 90 Punkten Vorsprung.

MX Vice: Erneuter, dominanter Doppelsieg. Du warst zu keinem Zeitpunkt des Wochenendes in Schwierigkeiten, niemand war schneller. Du hast nicht einmal ausgesehen, als würdest du pushen und als wäre alles einfach gewesen. So läuft das eben im Hause Prado…

Jorge Prado: Es war wieder ein perfektes Wochenende. Wir haben ein paar kleine Änderungen vorgenommen, aber wir haben uns dadurch verbessert und im zweiten Rennen ging es richtig gut. Im ersten Lauf hatte ich etwas Probleme, aber im zweiten hat es richtig Spaß gemacht. Ich hatte Vertrauen in Strecke, Motorrad und überhaupt und alles lief glatt. Die Strecke war ziemlich rau. Meine Fitness wird auch immer besser. Super-Happy, gutes Wochenende.

(ConwayMX)

Womit hattest du im ersten Rennen Probleme? Fahrwerk? Motor? Irgendwas Spezielles?

Ein wenig von allem. Nichts schlimmes. Im zweiten Rennen hatten wir das im Griff.

Hast du auch im Training am Setup gefeilt? Du warst Siebter und im Qualifying kam deine schnellste Zeit erst ziemlich spät…Danach warst du immer Erster. Hast du da etwas getestet gehabt?

Nein, gar nicht. Im Freien Training weiß ich nicht, warum ich Siebter war. Ich habe einfach keine gute Runde zusammenbekommen. Im Zeittraining war das wieder so bei so vielen Leuten auf so einer engen Strecke. Da steht immer einer im Weg. Am Ende habe ich dann die gute Runde hin bekommen.

Ich glaube das war sogar die letzte Runde. Ich bin hoch motiviert hier her gekommen, denn ich mag die Strecke. Du musst sauber fahren, dann läuft das hier.

(ConwayMX)

Ein paar Änderungen sind an der Strecke vorgenommen worden. Wurde es dadurch besser? Gab es mehr Überholmöglichkeiten?

Ich glaube die Strecke war ziemlich gut. Es war anders als letztes Jahr, mit Doppellinien und so. Das hat Spaß gemacht und mir gefallen. Das war nicht wie anderswo, wo es durch Anpassungen schlimmer wird. Hier konnten wir alles davon nutzen und profitieren. Am Samstag nahmen wir die eine und am Sonntag die andere. Im ersten Lauf habe ich die komplette Außenlienie genommen, im Zweiten die Innenlinen.

War es aber vom Boden her härter als letztes Jahr?

Sicher! Dieses Jahr war es sehr, sehr, sehr hart. Ich habe es im TV noch mal angeschaut und du konntest di Wellen gar nicht sehen, aber auf der Strecke war es ein übelstes gehuppel. Bergrunter war es okay, aber der Rest der Strecke war einfach nur wellig. Das hat mich überrascht. In den letzten Jahren war das heir nicht so. Mittlerweile lassen sie die Strecken viel so rau sein. Das ist jetzt immer ziemlich anstrengend.

(ConwayMX)

Warum war es denn so hart?

Anfang der Saison haben wir uns alle beschwert, dass die Strecken zu eben waren. Da macht jetzt scheinbar eben niemand mehr was. Ich bin zufrieden, wenn nur etwas gewässert wird. Auf den ersten Runden gab es da für uns etwas Schlamm, aber danach wird es besser. Die Arbeit an den Strecken ist okay, mit gefällt es.

Dieses Wochenende hat mal wieder gezeigt: Du musst in die 450er aufsteigen. Noch ein Jahr hier bringt dich nicht weiter, du fährst außer Konkurrenz.

Sportlich, für meine Karriere und als Rennfahrer und um besser zu werden, wäre es gut aufzusteigen. Auf den 250er sind viele gute Fahrer unterwegs, aber bei den 450ern ist das Feld gerade voll mit Weltmeistern. Das Level ist unglaublich hoch, es wird so schnell gefahren. Ich hoffe, dass ich mit der 450er zurecht komme, das werden wir dann nächstes Jahr sehen.

(ConwayMX)

Tony Cairoli hat gestern gesagt, dass es durch dich langweilig wird. Richtig langweilig. Es wäre okay, wenn du wenigstens am Start Fünfter oder Sechster bist – aber du holst auch die Holshot. Für uns Zuschauer draußen ist es langweilig…

Gestern bin ich als Dritter losgefahren, also…

Das war dann aber trotzdem kein spannendes Rennen in dem Sinne…

Nein, klar, aber für mich ist es besser, wenn ich am Start als Erster weg komme und ein gutes Rennen fahre. Für mich ist das ein gutes Training. Ich muss gewinnen, aber es ist besser, als Erster weg zu fahren.

Text: Lewis Phillips | Fotos: ConwayMX | Übersetzung: Toni Börner

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