Tommy Searle mit Factory-Comeback

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Einige Saisons lang ist Tommy Searle in Satelliten-Teams gefahren, in der Tschechischen Republik saß er letztes Wochenende endlich wieder auf einem Werks-Motorrad. In Loket sprang er im Monster Energy KRT Team ein und zog sich trotz einer Rippenverletzung beachtlich aus der Affäre. Er fuhr auf Augenhöhe mit den besten Zeiten.

MX Vice: KRT Debüt. War ganz erfolgreich, oder? Guter erster Lauf, gute Zeiten, gute Sektoren…

Tommy Searle: Dieses Wochenende hatte viel Gutes, ich hatte nur mit mir selbst Probleme. Vor drei Wochen habe ich mir die Rippen gebrochen, habe drei Wochen Frust hinter mir, weil ich jetzt eines der besten Motorräder auf der Strecke habe, das beste Team – und ich konnte jetzt daraus kein Kapital schlagen.

Der Samstag war ok, nur ein paar Probleme im Training, aber ein guter Start im Qualifying.-Rennen. Auf dem Bike habe ich mich nicht als ich selbst gefühlt und war überrascht, wie locker alles ging. Dieses Motorrad ist einfach unglaublich gut, das macht alles einfacher.

Im ersten Rennen habe ich nicht den besten Start erwischt und war nur Zwölfter. Als die Strecke rauer wurde, habe ich mich nicht mehr so wohl gefühlt, konnte aber trotzdem eine der schnellsten Zeiten fahren. Im zweiten Rennen habe ich meinen besten Start der Saison erwischt und war Fünfter. Dann bin ich irgendwann gestürzt. Ich hatte einfach keine Kraft mehr, da ich meinen Körper nicht richtig einsetzen konnte.

Es ist gerade einfach etwas schwierig. Ich konnte vor dem Wochenende nicht fahren, habe nur zwei Tage auf dem Motorrad und war nicht schnell genug, um irgendwas zu ändern. Sie haben mich zwar gefragt, was ich ändern will, aber ich sagte, dass ich sechs Sekunden langsamer bin, als was ich kann, da brauchen wir nichts ändern. Dann ist das Wochenende aber doch noch gut zu Ende gegangen, mehr können wir momentan noch nicht erwarten.

Du bist seit 2015 kein Werks-Motorrad mehr gefahren, damals noch eine KTM. Was war das jetzt für ein Gefühl?

Am ersten Tag war es sogar schwierig. Als ich das erste Mal drauf saß, hatte ich Schmerzen in den Rippen. Am zweiten Tag brach die Rippe wieder. Das wars. Als ich ihnen sagte, dass ich heute nicht fahren kann, haben die mich mit großen Augen angeschaut. Seit dem konnte ich nicht wieder richtig fahren und nicht richtig atmen.

Im Rennen ist auf dem Motorrad aber alles einfacher. Du kannst mit anderen Bikes im Training schnell fahren, aber über die Renndauer ist es mit dem hier einfacher. Mit der anderen Maschine konnte ich vier, fünf, sechs Runden vorn mitfahren und dann kamen Fehler. Jetzt ist das einfacher.

Du bist auf einmal wieder vorn dabei. Die zweitschnellste Rennrunde bin ich auf Runde neun gefahren – ohne Probleme. Das wäre vorher nicht möglich gewesen.

Wie war es im Training? Viele Umstellungen und Setup-Experimente?

Am Fahrwerk haben wir umgestellt, denn die Strecke war viel rauer als erwartet. Aber nur kleine Dinge, nichts Großes, eigentlich nur vorn. Danach bin ich dann das ganze Wochenende mit dem Setup gefahren.

Was war da im zweiten Lauf los? Zu schnell gewesen?

Ja, dummer Fehler. Ich habe nicht die Kraft und das Vertrauen, das Bike einfach in die Kurve zu legen. Ich bin über den Rand in den Zaun gefahren. Enttäuschend. Ich habe halt auch einfach keine Kraft im Oberkörper gerade. Die Rippen wurden geröntgt noch einmal und der Stand ist für drei Wochen ok.

Das war also wenigstens kein Rückschlag. In Imola will ich fit sein und angreifen. Das sind jetzt noch mal drei Wochen. Ich kann jetzt auch wieder mehr trainieren. Lommel wird schwierig, aber ich hoffe danach auf vier gute Rennen.

Du hast zwei unterschiedliche Linien genommen… Das hat ziemlich verrückt ausgesehen…

Ich hatte in paar gute Linien, habe immer wieder gutes Zeug zusammen gefahren. Wegen meiner Schmerzen habe ich dem Team gesagt, dass sie nicht viel machen können und es an mir liegt. Jetzt ist es andersrum als in der Saison bisher, da habe ich mich gut gefühlt und kam nicht zurecht, jetzt liegt es an mir.

Das ist halt Teil dieses Sports. Ab Imola zählts, dann wollen wir die Saison gut zu Ende bringen. Besonders für mich selbst. Ich bekomme keinen Druck. Das ist hier nur ein Bonus, weil sie sonst keine Fahrer mehr haben. Ich bin eigentlich nur hier, damit das Team gesehen wird. Es gibt keine Erwartungen.

Text: Lewis Phillips | Fotos: ConwayMX | Übersetzung: Toni Börner

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