Arnaud Tonus: Besoffen vor Müdigkeit

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Der Tiefsand von Lommel beim Grand Prix von Belgien bietet den Schauplatz für eines der härtesten MotoCross-Rennen der Welt – und das zeigt sich auch im exklusiven MX ViceInterview mit Monster Energy Wilvo Yamaha MXGP-Pilot Arnaud Tonus.

MX Vice: Am Samstag warst du richtig stark, hattest den Speed. Aber am Sonntag ist es sich alles nicht so richtig für dich ausgegangen…

Arnaud Tonus:Naja, das erste Rennen war solide und gut. Im zweiten bin ich drei Mal gestürzt, da wird ein gutes Ergebnis schwer. Ich habe da einfach zu viele Fehler gemacht. Sturz, Comeback, bin gut gefahren und war wieder dran, Zehnter oder Neunter oder so.

(ConwayMX)

Wieder Sturz, wieder zurück auf zehn nach vor und dann wieder Sturz auf der letzten Runde. Da war ich unter dem Bike eingeklemmt und kam nicht vor, da gabs dann Platz 14. Es ist mehr als frustrierend. Ich hätte da töten können, als ich eingeklemmt war, nach der ganzen Anstrengung. Aber so ist unser Sport nun mal.

Du trainierst hier die ganze Zeit, warst aber letztes Jahr nicht dabei. War es damit umso schwerer?

Ich weiß nicht. Lommel ist immer Krieg. Das soll jetzt keine Entschuldigung sein, aber nach Indonesien war ich auch krank. Das hat mir den Rest gegeben. Ich konnte bis Loket nicht fahren. Normal trainiere ich da hier im Sand und bereite mich auf das Rennen vor. Dieses Mal konnte ich gar nicht fahren. Im Winter hatte ich viel hier trainiert, aber die letzte Vorbereitung hat gefehlt. Trotzdem war es ein solides Wochenende, nur der zweite Lauf war scheiße. Ich bin viel besser als sonst im Sand gefahren.

(ConwayMX)

Manche Fahrer haben gesagt, hier wäre im Winter anderer Sand aufgeschüttet worden und es hätte sich anders angefühlt… Reden die Blödsinn? Du kuckst zumindest so…

Ja. Ich glaube nicht, dass jemand auf die Idee kommt, hier Sand her zu kippen.

Das wurde jedenfalls erzählt. Das die Zusammensetzung anders gewesen sei… du kuckst mich an, als wäre ich verrückt…

Ja, ich weiß nicht. Vielleicht, aber ich habe das nicht gemerkt oder gespürt. Ich denke, hier gibt es genug Sand. Es wäre komisch da was her zu kippen. Aber Sand verändert sich nun mal permanent.

Vielleicht ist es ja auch nur das. Kein neuer Sand, nur anders…

Ich glaube es wird mit den Jahren härter und härter, aber heute war es definitiv nicht hart. Es war tief und schwer. Der Regen vom Freitag hat viel ausgewaschen. Die Strecke war rau, das ist aber in Lommel keine Überraschung.

(ConwayMX)

Du warst einer der wenigen, die den großen Sprung vor Start-Ziel genommen haben.

Ich hab das im Warmup probiert. Sie haben den Absprung bearbeitet, darum habe ich den ein paar Mal genommen.

Ich glaube mehr als jeder andere…

Wir sind am Limit. Ich habe gedacht: Verdammte Axt, das ist verrückt. Ich glaube alle denken das. Nur die kleinste Fehlbewegung… Ich hatte permanent nur verrückte Schreckmomente, einmal fast einen 360. Irgendwie hab ich’s gestanden. Ich hätte viel mehr stürzen können.

Klingt, als hättest du die schwarze Flagge verdient gehabt – klingt gefährlich.

Ich war es, ja! Im zweiten Lauf war ich auf alle Fälle gefährlich, denn die Kraft hat nachgelassen. Du musst aber trotzdem springen, sonst fällst du zurück. Du musst dich durch die Ermüdung kämpfen.

(ConwayMX)

Hier gibt es einfach keine sicheren Stellen oder Abschnitte.

Geht’s dir gut?

Nicht wirklich. Ich fühle mich, als wäre ich vor Müdigkeit besoffen.

Ich fühle mich richtig besoffen. Heute bin ich richtig müde.

(ConwayMX)

Ich werde mich jetzt an Maries Schulter anlehnen und mich ins Auto zurück bringen lassen.

Text: Lewis Phillips | Fotos: ConwayMX | Übersetzung: Toni Börner

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