Darian Sanayei: Nach Epstein-Barr-Virus aufgetrumpft

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Darian Sanayei leidet noch immer unter den Nachwehen seiner Epstein-Barr-Virus-Erkrankung, war aber beim Grand Prix von Belgien stark dabei. Viel Zeit bleibt ihm in der MX2-Klasse nicht mehr.

MX Vice: Beim ersten Rennen nach deiner Erkrankung bist zu zehnter geworden, im zweiten Lauf gab es hier immer noch Punkte. Das war ein Comeback, was nach deinem Epstein-Barr-Virus niemand erwartet hat.

Darian Sanayei: Und da haben wir noch überlegt, ob wir es überhaupt machen sollen. Am Mittwoch wusste ich noch nicht, ob ich fahre. Das härteste Rennen des Jahres, da haben wir uns gefragt, ob es das wert ist. Das ist hier so anstrengend. Aber als Team haben wir gesagt, dass wir es wagen müssen.

(ConwayMX)

Und das Wochenende war nicht zum Vergessen. Im Qualifying Rennen war ich um elf oder zwölf rum, hatte dann aber ein kleines Problem. Das Motorrad hat sich aufgeschaukelt und das wurde immer schlimmer. Ich hatte bei den Sprüngen dann Angst, daher bin ich raus gefahren. In den Rennen waren meine Starts richtig gut, ich bin dann aber zurück gefallen, weil ich wusste, dass es ein langes Rennen wird.

Dann habe ich aber wieder aufholen können. Ein zehnter Platz in Lommel ist angesichts meiner Situation nichts, worüber wir uns beklagen könnten. Im zweiten Lauf war der Start nicht so gut und Ende der zweiten Runde bin ich noch gestürzt. Dort sind alle durch geflogen, da musste ich erst warten, bis alle weg waren. Am Ende gab es vier Punkte für Platz 17. Definitiv keine gute Ergebnisse, aber für die Umstände okay.

(ConwayMX)

Von wo bist du denn gestartet? Irgendwo in der Mitte?

Nein, gar nicht, wegen dem Nuller gestern. Ich habe nur die Leute hinter mir gehabt, die schon vor mir ausgefallen waren. Ich habe mir als 27. das Gate ausgesucht. Kein Drama. Der Holeshot war eh ziemlich unrealistisch. Etwas weiter innen, wäre es vielleicht die Top-Drei gewesen. In der ersten Kurve war ich trotzdem Vierter.

Was war mit dem Motorrad los?

Heute haben wir das Ersatz-Motorrad genommen und hatten keine Probleme. Mit dem Einsatzbike hatten wir immer wieder Aussetzer. Es lief ein paar Runden, dann ging das wieder los. Jordan Vaughan hatte sich alles angesehen, um es zu fixen, aber wir haben das Problem nicht finden können.

(ConwayMX)

Du hast hier wahrscheinlich nicht viel erwartet. Einfach raus da und abwarten, was passiert?

Definitiv. In Tschechien hatte ich noch hohe Erwartungen, aber da ist es nicht so gelaufen, da habe ich mich auch noch nicht wieder wohl gefühlt. Hier habe ich es entspannt gesehen. Das war das erste Wochenende, bei dem es mir nicht hundsmiserabel ging. Ich hoffe, das geht so weiter. Ich muss jetzt einfach meine Fitness wieder aufbauen, sonst ist das schwer.

Es hat eine Weile gedauert mit dem Knie und dem Epstein-Barr. Ich konnte mich nie ganz und ausschließlich auf das Motorradfahren konzentrieren. So ist das Leben. Es hat eine Weile gedauert, aber jetzt denke ich bin ich wieder auf einem guten Weg.

(ConwayMX)

Mit was wärst du jetzt im Finish der Saison noch richtig zufrieden?

Ich will einfach mein Bestes geben und habe keine Erwartungen, aber ich will schon noch mal auf das Podest, ehe ich die MX2 verlassen muss. Es sind nicht mehr viele Rennen übrig, aber die letzten drei sind ziemlich gut. Wir greifen an.

Man muss ja noch mal betonen, dass ohne den ganzen Mist, den du hattest, du jetzt um Titel und Rennsiege kämpfen würdest. Den Speed hast du gezeigt. Sowas wird schnell vergessen.

Ja, definitiv. Alle, mein Team und alle drum herum, haben gedacht, dass ich dieses Jahr um den Titel fahre. Das zieht dich runter, wenn du dann so lange schlechte Ergebnisse holst. Da muss ich mir immer wieder klar machen, dass das halt das ist, was gerade geht, aber nicht das, was in Zukunft gehen wird. Ich weiß, dass ich den Speed habe. Ich kann das an den Wochenenden ja auch ohne Training oder vorheriges Fahren zeigen. Ich zeige schon mein Potenzial, ich muss es jetzt nur wieder mal umsetzen.

(ConwayMX)

Wo werden wir dich nächstes Jahr sehen? USA oder MXGP?

Das ist unentschieden. Wir versuchen, das beste zu finden. Die Regeln für die MX2 werden sich nicht ändern, werde ich also in Europa bleiben, fahre ich DRT Kawasaki in der MXGP. In Amerika bin ich mir nicht sicher. Wenn ich dieses Jahr die erwarteten Ergebnisse geholt hätte, wäre ein Platz in den USA nicht schwer zu finden gewesen. Jetzt kann ich ja nur sagen: Kuck, ich werde Zehnter, Fünfzehnter und Zwanzigster, aber das wird schon.“ Sowas ist eben schwer. Ich glaube daran, aber die anderen und die Sponsoren – ob die daran glauben?

Die Werksmaschinen sind so ziemlich alle weg, aber wäre zum Beispiel Rock River eine alternative für dich, um wieder nach Hause zu gehen? Die waren ziemlich solide unterwegs dieses Jahr und Jacob Hayes hat seine Karriere richtig angeschoben…

Ja, die sind grund-solide. Mit ihnen habe ich aber kaum Kontakt. Derzeit gibt es zwei Möglichkeiten, wo ich aber nicht weiß, wie die Chancen stehen. Das sind beides Werks-Maschinen. Wenn ich dort was zusammen bekomme, wäre das gut. Wenn nicht, dann schauen wir weiter…

Text: Lewis Phillips | Fotos: ConwayMX | Übersetzung: Toni Börner

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