Jorge Prado: Gewinnen ist cool

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Der Grand Prix von Italien in Imola war für den Spanier Jorge Prado ein weiteres, mehr als erfolgreiches Wochenende: Doppelsieg, Ausbau der WM-Führung auf einen Vorsprung von 130 Punkten. Nur theoretisch ist es für die Konkurrenz noch machbar, ihn beim Grand Prix von Schweden von seinem zweiten WM-Titel abzuhalten. Darüber hat sich Prado mit MX Vice im Exklusiv-Interview unterhalten.

MX Vice: 1-1. Wieder. Nichts anderes, als jede Woche. Das normale Happening. Perfektes Wochenende, abgesehen von einem grenzwertigen Moment im zweiten Lauf…

Jorge Prado:  Genau. Sehr gutes Wochenende. Im Qualifying-Rennen habe ich mich gut gefühlt, aber die Strecke war etwas unklar, heute war das noch schlimmer. Heute gab es einfach keinen Flow. Erst gegen Ende des zweiten Laufes bin ich irgendwie rein gekommen. Trotzdem war es hier komisch zu fahren. Manchmal hat es Spaß gemacht, die meiste Zeit aber war es schwierig. Es war ein anstrengendes Wochenende. Heute haben mich meine Starts gerettet.

(Ray Archer)

Hast du es vorsichtiger angehen lassen? Einfach nicht stürzen? Weil kein Flow aufkam, wie vielleicht in Lommel?

Im Sand ist es schwierig, da kannst du etwas spielen. Da ist es schwieriger einzuschätzen, wo es gefährlich ist, weil sich alles gleich anfühlt und es viele Schläge tut. Heute waren hier die Absprünge richtig hart.

Wenn du hier aus den Rillen raus gekommen bist, war es richtig harter Boden und du musstest aufpassen, was du mit dem Gas machst. Da bist du schnell ausgerutscht oder steigst im Sprung ab. Heute kam es auf die richtigen Linien an – und eben den Kopf einzusetzen und nicht zu stürzen.

Abgesehen von der Schrecksekunde in Lauf 2: Hast du irgendwann anders an diesem Wochenende noch mal gedacht, dass das schief geht?

Als ich zum Beispiel im Waschbrett so weit raus gekommen bin? Da wollte ich in eine andere Linie, bin aber raus getragen worden – und ich hatte einen Zuüberrundenden vor mir. Ich hasse es, wenn ich Steine abbekomme, darum bin ich weit raus gefahren. Das war auf dem Motorrad gar nicht so schlimm, denn ich hatte das Vorderrad unter Kontrolle – nur hinten ist es etwas gerutscht, aber nichts Verrücktes insgesamt. Besser wäre es trotzdem gewesen, mehr in der Mitte zu bleiben.

(Ray Archer)

Auch im ersten Rennen war es mit einem Zuüberrundenden mal eng…

Ich war an der Stelle jede Runde innen und dann war er in der Mitte. Nach dem Sprung kam er rein. Es war aber nicht voll sein Fehler, ich hatte die Kupplung gezogen und das Gas auf laut gestellt, damit er Platz macht, aber er war schon in der Spur da. Ich bin auf die andere Spur – und er auch. Wir haben uns fast berührt. Sowas passiert. Überrunden ist immer schwierig. Die Letzten wissen meist nicht, dass du kommst oder sehen die blauen Flaggen nicht – aber es wird schlimmer, je mehr du überrundest.

Die Strecke war im Vergleich zum Vorjahr relativ anders. Ihr solltet eingebremst werden, aber …

Ich weiß die Zeiten vom letzten Jahr gar nicht mehr…

Es war auf jeden Fall nicht Kürzer als dieses Jahr…

Ich weiß nicht. Letztes Jahr waren die Sprünge weiter und man konnte perfekt landen. Dieses Jahr habe ich den Zielsprung vielleicht vier, fünf Mal richtig erwischt – die anderen Male war ich etwas zu kurz, weil der Absprung so hart war und man vorsichtig Gas geben musste. Wenn du dann ein Mal in der Luft bist, fehlt dann der Speed. Dieses Jahr war es auf jeden Fall schwerer als letztes Jahr, da war die Piste ebener.

(Ray Archer)

In Schweden steht der zweite Titel an – aber du wirst nicht viel anders machen als diese Woche, oder? Programm abspulen, 1-1 – und fertig.

Ich werde mal schauen, was diese Woche so kommt. Wir fahren viel. Ich freue mich auch auf das Nations, aber ich hoffe, dass nächste Woche gut wird und wir die Siegserie aufrecht erhalten. Bis hier her ist es eine sehr, sehr gute Saison – ich hatte nicht erwartet, jeden GP zu gewinnen, an dem ich fahre. Seit letztes Jahr Assen habe ich jedes Rennen in der MX2-Klasse gewonnen.

(Ray Archer)

Gewinnen ist cool. Heute habe ich nach dem zweiten Lauf unter der Dusche gedacht: Ich träume. Wer hätte das jemals erwarten oder ausmalen können? Jedes Wochenende gewinnen. Ich kann dieses Gefühl nicht beschreiben, aber es ist unglaublich! Und das passiert gerade wirklich – verrückt!

Text: Lewis Phillips | Fotos: Ray Archer | Übersetzung: Toni Börner

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