Tommy Searle: Nicht mit aller Gewalt im GP bleiben

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Gute Ergebnisse für Tommy Searle und das Monster Energy Kawasaki Racing Team in Imola! Searle kann seine Chance im Werks-Team nutzen und das obwohl er mit ein paar Verletzungen noch immer beeinträchtigt ist. Beim Grand Prix von Italien fuhr er in der MXGP-Klasse zum sechsten Tagesrang. Im exklusiven MX Vice Interview hat er sich mit uns über das Wochenende, das MotoCross of Nations und 2020 unterhalten.

MX Vice: Deine Starts klappen endlich – nicht ein oder zwei Mal, sondern gleich drei Mal an diesem Wochenende. Keine Ahnung, ob das so weiter geht, aber gerade kann man das Mal genießen…

Tommy Searle: Ich glaube nicht, dass das ein Zufall ist. Ich hatte fünf Jahre lang keinen guten Start und dann sitze ich auf einem Werksmotorrad und hole an diesem Wochenende fast drei Mal von drei Möglichkeiten den Holeshot. Damit bin ich zufrieden, das macht das Leben um einiges einfacher.

(Ray Archer)

Im zweiten Rennen schien es, als hättest du dich an die Starts gewöhnt und konntest das dann besser umsetzen und halten.

Ja, auch wenn ich mich gerade nicht besonders wohl fühle, weil ich die letzten acht Wochen nicht gefahren bin. Ich habe nicht trainiert und auf dem Motorrad nicht getestet. Nach Lommel bin ich zwei Wochen in England gewesen und in der Woche vor Lommel war ich nicht gefahren. Es gab keine Tests mit dem Team. Ich bin einfach hier her gekommen, um meinen Job als Ersatzfahrer zu machen. Da ist der sechste Tagesrang völlig unerwartet gekommen.

(Ray Archer)

Es ist unglaublich, was mit einem Factory-Bike und in einem Werksteam so geht…

Nein, mehr, es ist massiv! Das ist leicht gesagt, aber wenn ich dieses Motorrad in den letzten vier Jahren gehabt hätte, wäre einiges anders gelaufen. Solche Starts wie diese Woche hatte ich in den letzten vier Jahren keine. Ich bin sechster geworden und dabei habe ich mich körperlich und geistig so schlecht gefühlt, wie in den letzten vier Jahren zusammen nicht. Das ist eine unglaubliche Chance – und dann breche ich mir auch noch die Rippen.

Ich fahre mit gebrochenen Rippen und gebrochener Hand – die habe ich mir vor drei Wochen gebrochen, sodass ich in Lommel nicht fahren konnte. Das hat mich richtig runter gezogen, denn ich habe diese Chance hier bekommen und dann kann ich die nicht nutzen.

(Ray Archer)

Wie sieht es gerade mit den Verletzungen bei dir aus? Wie ist der Stand? Wird es besser?

Ja, es geht voran. Auf eine schnelle Runde habe ich Probleme. Bei den Zeiten war ich 22. im Zeittraining. Ich kann es nicht in der Intensität umsetzen, eine schnelle Runde raus zu hauen. Aber ich kann gut starten und mein eigenes Rennen fahren. Die Strecke hier ist mir auch entgegen gekommen, weil sie ziemlich technisch ist und du hier nicht pushen musstest.

Wir waren das zweite Mal hier – war es besser oder schlechter?

Die Strecke war dieses Jahr viel besser würde ich denken. Vielleicht aber, weil ich auf einem besseren Motorrad saß. Letztes Jahr hatte ich viele Momente, in denen ich gerade so heftige Stürze abfangen konnte.

(Ray Archer)

Am letzten Freitag ist das UK-Nations-Team verkündet worden. Du bist nicht dabei…

Ja, eigentlich war es ziemlich gut so! Ich habe Mark Chamberlain gesagt, dass er mich nicht nominieren soll. Wenn es ein Problem gibt oder jemand ausfällt, kann ich immer noch einspringen – und das würde ich auch tun, wenn  sie mich brauchen. Aber ich habe momentan Probleme und bin acht Wochen lang ohne Training gewesen.

Im Kopf war das Nations in den letzten sechs Wochen das letzte, was ich tun wollte. Ich liebe dieses Rennen. Das habe ich auch Adam Sterry gesagt: Das wird das beste Rennen, was du jemals fährst.

(Ray Archer)

Spaßige Frage: Ben Watson ist verletzt. Was sagst du dazu, wenn Sterry nicht auf der MX2 sitzen würde, sondern du auf der 250er?

Der ist gut! Thierry, der Boss hier, hat gesagt, dass er eine 250er fertig macht – mal sehen…

2020. Haben die Gespräche jetzt mit deinen Ergebnissen Fahrt aufgenommen?

Ich weiß nicht, was nächstes Jahr wird. Momentan bin ich zufrieden und mache mir keinen Stress. Ich habe nicht mit vielen Teams im MXGP-Fahrerlager gesprochen. Ich will nicht weiter GPs fahren, um die Nummern aufzufüllen in irgendeinem Team und dann das ganze Jahr Probleme haben. Das zeigt sich jetzt auch hier: Es ist klar, dass gute Ergebnisse unmöglich sind, solange du nicht in einem Werksteam bist.

(Ray Archer)

Die Fahrer, die bei den Werken unter Vertrag stehen, sind schon alle richtig gut. Ich glaube, dass ich zu den besten Fahrern gehöre und wenn ich die Unterstützung bekommen würde, könnte ich mich mit denen batteln, wenn ich gesund bleibe. Wenn ich kein Werks- oder Semi-Werks-Motorrad bekomme, werde ich nicht zwei weitere Jahre GP fahren, nur um dabei zu sein. Das ist mental auch nicht fair mir selbst gegenüber. Das macht mir keinen Spaß. Ich bereite mich gut auf die Rennen vor, aber wenn du keine Chance auf gute Ergebnisse hast, ist es mental auch noch viel schwerer, als körperlich.

Text: Lewis Phillips | Fotos: Ray Archer | Übersetzung: Toni Börner

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