Im Gespräch: Darian Sanayei

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Bei Darian Sanayei zeigt die Leistungskurve steil nach oben – und er scheint seinen Epstein-Barr-Virus und dessen Auswirkungen langsam, aber sicher, in den Griff bekommen zu haben. Wie gut er gefahren ist, zeigt sich in den Ergebnissen nicht wirklich. Darüber spricht Sanayei im Italien-Grand-Prix-Interview mit MX Vice, aber auch darüber, was der Plan für nächstes Jahr besagt und wie die Suche nach einem Team verläuft.

MX Vice: Lommel war schon gut – aber die Frage war, ob es so würde weiter laufen können. Russland war zu früh. Hier in Italien war es viel besser. Es war ein gutes Wochenende – abgesehen vom Nuller im ersten Rennen…

Darian Sanayei: Ja, definitiv! Dieses Wochenende war ein großer Schritt in die richtige Richtung. Ich konnte in den letzten Wochen fahren und trainieren, habe mich nicht allzu schlecht gefühlt und wusste schon vorher, dass dieses Wochenende besser werden würde. Wie gut wusste ich natürlich nicht. Ich habe diese Woche mit ein paar anderen aus der MXGP und MX2 trainiert und habe gesehen, dass mein Speed ziemlich gut war. Ich wusste, dass es hier okay laufen würde.

(Ray Archer)

Im Qauli-Rennen war ich Vierter, das war top. Heute habe ich einen guten Start erwischt und Prado in der zweiten Kurve überholt – genial! Ich hatte ein paar Führungsrunden. Im ersten Rennen ist in der Felge ein Lager gebrochen, ab der zweiten Runde hatte ich auch hinten keine Bremse mehr.

Ich bin um die Probleme herum gefahren und habe die Motorbremse genutzt, musste viel runder fahren. Ich war nicht ganz auf Pace, aber es war nicht so schlecht – auf der letzten Runde war ich Neunter und dann brach die Felge komplett. Im zweiten Rennen war der Start nicht so gut, ich war auf 12 oder 13 und bin wieder auf acht nach vor gefahren.

(Ray Archer)

Im ersten Lauf hast du geführt, aber das war bestimmt nicht das Beste, was dir passieren konnte. Bist du nervös geworden?

Nicht so sehr. Manchmal sonst, wenn ich geführt habe, ja, aber dieses Wochenende nicht. Ich habe mir keine Sorgen gemacht, wie lange das dauern würde und habe einfach mein Bestes gegeben. Wenn du führen kannst, ist das immer gut. Prado hat die zweite Kurve etwas verhauen – und da habe ich nicht lange gefackelt.

In der MX2 kann gerade niemand Prado das Wasser reichen. Ich hatte aber vor dem Rennen mit meinen Jungs geflachst, dass ich ihn, wenn ich fit wäre, vielleicht herausfordern könnte – Vielleicht wenigstens ein paar Runden. Und so kam es dann, das war cool.

(Ray Archer)

Hat dir das Selbstvertrauen gegeben? A la: Ich kann es, das wird gut, wer weiß, was kommt?

Ja und nein. Du weißt das nie vorher. Du weißt in keinem Rennen, was passiert oder wo du hängst. Du hast ja auch noch Nerven. Am Samstag habe ich mich besser gefühlt. Da war die Nacht dann schwierig, weil ich so kaputt war. Es war auch unglaublich heiß. Ich habe dann einfach das, was ich kann, so lange gemacht, wie es ging – ein Dirt-Bike fahren.

Du warst das erste Mal hier. Wie sehr hat es dir auf einer Skala von eins bis zehn gefallen?

Ich hatte gedacht, dass es etwas besser sein würde, mit dem Boden und so. Die haben die Scheiße aus der Strecke gewässert. Im Training hat in jeder Rille das Wasser gestanden. Da hab ich mich gefragt, was hier los ist. Ich mag solche Strecken, mit engen Kurven und den Sprüngen, etwas SuperCross-Touch.

(Ray Archer)

Verträge. Das letzte Mal hattest du einen Plan. Aber viele Dinge ändern sich. Wie ist der Stand?

Ja, Dinge ändern sich, nur leider nicht zu meinem Vorteil. Ich wollte hier ein gutes Ergebnis holen, um in Amerika vielleicht etwas anzuschieben. Aber bei dem Ergebnis: Ein Nuller und ein achter Platz – das ist nicht gut. Ich glaube, dass meine Ergebnisse nicht das zeigen, wie es wirklich vorwärts geht. Ich bin dieses Wochenende an der Spitze mitgefahren. Ich konzentriere mich jetzt einfach auf mich und werde versuchen, in allen Situationen zu pushen und schaue, was kommt.

MXoN für Puerto Rico. Bist du dabei? Einen Fahrer haben Sie ja – aber es ist etwas komisch, dass keine zwei weiteren Fahrer da sind?

Ja, das ist definitiv komisch. Ich warte, was das Team vor hat. Ich will die Euro-SuperCross-Rennen fahren, da bleibt nicht viel Zeit. Der Team Manager von Puerto Rico hat mir letzte Woche gemailt, dass es in die finalen Züge der Planung geht und mich gefragt, ob ich MXGP oder MX2 fahren will. Ich habe gesagt, dass ich nicht mal weiß, ob ich es überhaupt fahren werde und dass ich Steve Dixon fragen muss. Ich weiß es nicht, das hängt alles in der Schwebe. Ich würde gern fahren, das würde bestimmt Spaß machen. Justin Cooper kommt ja auch. Ich denke, es wäre cool mit ihm zu fahren. Gleichzeitig glaube ich aber auch, dass ich vielleicht erst noch etwas besser werden sollte. Abwarten.

(Ray Archer)

Das West-Küsten-SuperCross ist für einen Privatier ziemlich einfach zu stemmen, was die Reisekosten angeht. Würdest du das in Betracht ziehen? Einen Van mieten und los geht`s?

Über das West-Coast habe ich nach gedacht. Worst-Case-Szenario – was kann ich zeigen? Das wichtigste ist, dass du gutes Material hast. Halbgewalgt willst du das nicht machen. Beim SuperCross musst du gleich auf den Schlamm hauen. Ich habe definitiv darüber nachgedacht, bin mir aber noch nicht sicher, ob ich das mache.

Auch über den Monster Cup haben wir etwas gesprochen. Das einzige Problem ist, dass da nur die 450-Klasse ist. Das ist viel Arbeit. Nur 22 können sich qualifizieren, das ist schon eine extreme Hürde. Wenn ich die schaffen würde, denke ich, könnte ich im Rennen ziemlich gut abschneiden. Jetzt konzentrieren wir uns daher erst mal auf die letzten Rennen hier.

Text: Lewis Phillips | Fotos: Ray Archer | Übersetzung: Toni Börner

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