Im Gespräch: Anthony Rodriguez

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Anthony Rodriguez ist beim Grand Prix von Italien durch unruhiges Fahrwasser geschippert – schwierige Situation mit Teams und Eingewöhnung auf die YZ450F. Trotzdem holte er in Imola Punkte. Im Exklusiv-Interview mit MX Vicespricht Rodriguez über die letzten Wochen, die Vorfälle und wie es in Italien gelaufen ist.

MX Vice: Du bist wieder zurück. Es hieß, dass du eine Rückenverletzung hast, mit der du hier und in Schweden nicht fahren kannst. Aber das scheint ja dann nicht der Fall zu sein. Neue Farben, neues Team und großes Umfeld: Überraschend!

Anthony Rodriguez: Ja, in Lommel habe ich mir einen Muskel gerissen. Das stimmt. Ich hatte danach Physio-Therapie und damit wurde es besser. Der Rest ist bekannt. Es war hier ein gutes Wochenende für mich, ich konnte viel mehr Aufwand rein bringen. Im ersten Lauf konnte ich meinen Speed zeigen, ich war in den Top-14 oder so, das war gut, besonders, nachdem ich erst ein paar Stunden auf dem Motorrad hatte. Alle hatten gedacht, ich würde schnell müde werden, aber es lief einfach gut.

(Ray Archer)

Vor ein paar Tagen habe ich noch gedacht, ich würde nicht fahren, darum bin ich nach Portugal geflogen und habe eine Familie besucht, wo ich bleiben konnte. Dann bin ich nach Belgien. Es ist richtig viel passiert. Ich weiß nicht, was ich sagen darf und was nicht. Ich bin etwas frustriert, wie alles gelaufen ist. Trotzdem ist für mich eine neue Tür aufgegangen und ich habe mein Potenzial gezeigt.

Nächste Woche werde ich nur einen Tag fahren, denn ich kenne das Motorrad jetzt. Ich will Kräfte für Schweden sparen, damit es dort viel besser läuft. Ich bin das Keiheuvel International gefahren, das hat mich für dieses Wochenende ausgelaugt. Ich war Samstag morgen schon durch. Daran werden wir arbeiten und versuchen, besser zu werden.

Es stehen Millionen Fragen über die Sache mit BO im Raum. Aber momentan kannst du dazu nicht mehr viel sagen, oder?

Ja das stimmt. Darüber möchte ich nicht sprechen. Sie haben ehrlicherweise geholfen, dass sich alles gut ausgegangen ist. Was passiert ist, ist passiert. Das ist traurig. Ich hätte mir gewünscht, dass alles klappt, aber das hat es nicht. Ich möchte da im Moment nicht viel mehr dazu sagen, auch, weil ich die Leute nicht auf eine falsche Fährte lenken will. Es ist frustrierend, denn wir brauchen viel mehr solche Leute wie BOS in diesem Sport. Wir brauchen Teams. Wir brauchen Leute mit Geld, die Teams gründen, sodass es mehr Plätze gibt.

(Ray Archer)

Sowas muss ordentlich aufgezogen werden. Das ist ein schwieriges Thema. Ich weiß nicht, was ich sagen kann und was nicht. Für mich war das eine ziemlich stressige Situation. Ich bin der Buhmann. Das war mental für mich eine der schwierigsten Zeiten überhaupt. Das hat mir erst gezeigt, was Leute meinen, wenn sie von mentalen Problemen sprechen, das verstehe ich jetzt. Ich bin froh, dass ich davon so schnell zurückschlagen konnte und ich will jetzt einfach weiter besser werden.

Du hast gewusst, dass die MXGP schwerer als die MX2 wird. Wie sehr hat es dich in Loket überrascht, wie viel intensiver das alles ist?

Ich kenne die Statistiken, aber ich bin sicher, dass jeder, der vor mir war, an irgendeinem Punkt seiner Karriere in der MXGP oder MX2 auf dem Podest gestanden hat.

Bei dem, wo du warst, sicher…

Das ist eine unglaubliche Klasse. Es ist eine Ehre für mich mit Typen wie Tanel Leok zu kämpfen. Ich habe ihn Rennen fahren sehen, seit ich zwölf war. Meine beste Zeit war 3,5 Sekunden hinter der schnellsten des Rennens. Das ist nicht viel. Da waren 16 Jungs vor mir, die alle sehr gut sind.

Das ist eine schwere Klasse. Ich bin froh, dass ich mit all denen fahren kann. In anderen Klassen bist du mit drei Sekunden langsamer in den Top-Sechs. Das ist definitiv anders, aber ich mag diese Challenge. Ich will vor Saison-Ende in die Top-Ten.

(Ray Archer)

Als du nicht da warst, haben alles gesagt, dass du ein guter Fahrer bist. Wir wurdest du wieder aufgenommen?

Es ist toll, wieder all die Leute zu sehen, mit denen ich 2017 bei der HRC gearbeitet habe. Ich habe hier viele Freunde, auch bei den anderen Fahrern. Ich will keine Namen nennen, denn das wären zu viele. Es ist cool, wieder hier zu sein und dass die Leute das anerkennen.

Ich bin wieder gekommen, weil es in Amerika nicht leicht war, ich hatte nicht mal ein Motorrad zum Trainieren. Ich musste mir manchmal ein Bike borgen. Ich bin dieses Jahr weniger als 30 Tage gefahren. Als die Tür im MXGP auf ging, habe ich keine Sekunde gezögert.

(Ray Archer)

Ich war eine Weile hinter Coldenhoff, als der mich überrundet hatte, und konnte seine Linien studieren. Es gibt kein besseres Training. Ich nutze das alles, um ein besserer Fahrer zu werden.

Schweden könnte dir liegen. Die Türkei kennst du. Wenn du dich weiter an die Yamaha gewöhnst und fitter wirst, sind das gute Chancen.

Ganz klar, ja. Diese Klasse ist schwerer als das, was ich letztes Jahr gefahren bin, aber alle konnten sehen, wie gut ich mich steigern kann. Letztes Jahr bin ich Ende der Saison um einiges besser gefahren. Ich denke, dass ich jetzt jedes Wochenende besser werde.

Das, was ich hier geschafft habe, mit nur ein paar Stunden auf einem mir neuen Motorrad, neuem Fahrwerk und allem, das hat mich selbst überrascht und beeindruckt. 17 und 19 sind keine herausragenden Ergebnisse, ganz klar, aber meine Zeiten waren nicht schlimm.

(Ray Archer)

Ben hat sich heute die Speiche gebrochen…

Das macht mich auch sehr traurig.

Ich bin mit ihm ziemlich dicke und ich hatte ihm gerade geschrieben, wann er Mittagessen geht… Da hatte er sich das Ding schon gebrochen…

Das ist kein guter Move gewesen!

Haha, ich weiß, aber ich wusste nicht, dass er sich die Speiche gebrochen hat. Ich habe mich ziemlich schlecht gefühlt, habe ihm später geschrieben, dass ich das erst jetzt erfahren habe und es mir leid tut. Für ihn ist das sehr schlimm, er ist gerade immer besser und besser geworden und war in Lommel auf dem Podium. Er hat nächstes Jahr seine letzte Saison in der Klasse und ich bin mir sicher, dass er die Top-Drei schaffen kann.

Text: Lewis Phillips | Fotos: Ray Archer | Übersetzung: Toni Börner

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