Auswertung MXGP von Schweden: Adam Sterry

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Adam Sterry ist in der MX2-Klasse weiterhin auf einem guten Weg, nur das heiß begehrte, erste Podest lässt auf sich warten. In die Top-Drei der Rennen schafft er es immer wieder, nur in der Tageswertung schrammt er immer knapp am Champagner vorbei.

MX Vice: Das war wieder ein mehr als anständiges Wochenende, aber du bist sicher nicht gänzlich zufrieden: Du hättest auf das Podest fahren und sogar einen Lauf gewinnen können…

Adam Sterry: Sicher. Hier hatte ich meinen ersten Europa-Laufsieg, ich mag die Strecke. Ich hatte gedacht, dass ich hier definitiv endlich aufs Podest fahren kann. Im ersten Lauf war ich fünfter, hatte keinen guten Start. Im zweiten Lauf hat das besser geklappt und ich war Dritter.

(Ray Archer)

Ich ging auf zwei vor und habe mich an Vialle gehängt. Zusammen haben wir uns abgesetzt. Ich konnte ihm komfortabel folgen, vielleicht etwas zu komfortabel. Und dann bin ich gestürzt.

Vlaanderen war dann vor mir und ich musste für das Podest an ihm vorbei, ging All-In – und machte wieder einen Fehler. Ich habe es wieder selbst weg geworfen, das geht voll auf meine Kappe. Ich habe den Laufsieg gesehen. So eine Chance gibt es derzeit nicht oft, weil Prado so dominiert. Hinter Vialle war es so einfach. Ich wollte gewinnen, habe aber den Fehler gemacht. Das ist nun passiert und wir können es nicht ändern. Wieder Vierter, zwei GPs bleiben noch, um nicht Vierter zu werden.

Hier war es wie in Loket. Es mangelt auf der Piste an Traktion und du musst das Motorrad tanzen lassen. Das ist es, wo du stark bist.

Sicher. Ich bin schon ein Verrückter. Ich weiß nicht, warum ich die Strecken mag, wo es keinen Grip gibt – Tschechien, hier. Auf Steinen und wenn es rutscht. Irgendwie mag ich das. Wenn wir perfekte Traktion haben, mag ich das nicht so. Sand gefällt mir auch gut. Wenn Bewegung im Motorrad ist.

(Ray Archer)

Zweiter Lauf. Hättest du eine Weile länger hinter Vialle warten sollen?

Ja. Fairerweise muss ich sagen, dass ich nicht gestürzt bin, weil ich an ihm vorbei wollte – ich wollte dahinter bleiben, war gar nicht nahe genug dran. Ich war vielleicht eine Sekunde hinter ihm. Das war mein eigener Fehler. Vielleicht weil ich es zu entspannt angegangen bin – hat die Konzentration gefehlt? Das soll keine Entschuldigung werden. Das ist jetzt passiert. Ich bin das ganze Wochenende solide gefahren. Mit etwas mehr Glück, hätte ich auf dem Podest gestanden. Es ist, wie es ist – drei Mal Vierter.

Kurz bevor du gestürzt bist, haben wir gedacht, dass du das gewinnen kannst.

Ich auch. Aber das ändert sich in einem Sekunden-Bruchteil, besonders bei diesen Bedingungen mit vielen Steinen, Schatten und der Sonne. Da sind Fehler schnell gemacht. Es gibt immer Vor- und Nachteile.

Für das Team war es ein gutes Wochenende, leider haber bitter-süß, weil es Henry Jacobi auch so ging. Ich habe das Podest verpasst, aber Roan Van De Moosdijk ist Europa-Meister. Wir sind eine Familie und ich bin stolz auf ihn. Er ist das ganze Jahr richtig gut gefahren und verdient diesen Titel.

(Ray Archer)

Heute hätten wir nicht einmal erwartet, dass du uns ein Interview gibst…

Nach dem Rennen war ich mega angepisst. In den ersten 30 Minuten nach dem Rennen hättest du mich nicht ansprechen brauchen, ich war sauer auf mich selbst, besonders, weil ich es selbst weg geworfen habe. Das dritte Mal Vierter – und es hätte locker das dritte Podest gewesen sein können. Was will man machen?

Ich brauche mir da keine Gedanken mehr drüber machen, es ist vorbei und passiert. Warum sollte ich mich jetzt den ganzen Nachmittag und nächstes Wochenende aufregen? Dafür gibt es keinen Grund. Es muss weiter gehen. Wir haben noch zwei GPs und damit zwei Chancen, endlich dieses Podest zu holen, für das ich seit vier Jahren kämpfen.

(Ray Archer)

Du bist Großbritanniens einziger MX2-Fahrer. Mark Chamberlain ist hier. Was geht in Richtung MXoN? Bist du dabei?

Ich habe gerade mit Mark gesprochen. Abgesehen ich verletze mich, bin ich dabei. Offiziell ist das noch nicht, aber ich kann in die Richtung arbeiten und das freut mich. Ich weiß noch nicht, welches Motorrad ich fahren soll, hoffe aber auf die 250er, die ich das ganze Jahr gefahren bin. Mal sehen, was er entscheidet. Wenn ich in Assen für Team GB fahre, könnte ich nicht stolzer sein. Dann darf ich mich jetzt aber auf die letzten beiden Rennen nicht verletzen.

Wie laufen die Gespräche für kommendes Jahr? Helfen die Ergebnisse zu diesem Zeitpunkt jetzt überhaupt noch? Vlaanderen hat hier einen Lauf gewonnen und auch noch nichts…

Eigentlich würde man das annehmen. Vlaanderen hat nichts, ich habe im Moment nichts. Die Teams füllen sich im Sekundentakt, meine Optionen werden weniger. Ich kann mich jetzt nur darauf konzentrieren, was ich gerade mache. Ich spreche mit einigen Leuten, aber es geht nicht wirklich etwas vorwärts. Vielleicht müssen wir nächstes Jahr das AS811 Team gründen? Ich weiß nicht, ich hoffe, dass es nicht so weit kommen muss. Ich würde das zwar machen, aber ich hoffe, dass ich bewiesen habe, dass ich gut bin…

(Ray Archer)

Echt? Das würdest du machen?

Ja klar! Was soll ich sonst machen? Ich werde ja noch nicht aufhören sollen, oder?

Ja, aber im GP oder in Großbritannien? Würdest du mit dem Team AS8111 nach Argentinien gehen?

So viel Geld habe ich nicht, aber wenn mich jemand unterstützt und es zusammen kommt, dann würde ich das machen. Ich glaube, dass ich mit einer 450er viel besser fahren kann. Das wäre eine neue Challenge. Aber an dem Punkt sind wir noch lange nicht, das war jetzt nur mal gesponnen – aber ich habe auch kein offizielles Angebot vor liegen. Und es sind nur noch zwei Rennen übrig, da hätte ich eigentlich gern schon etwas unterschrieben.

Im Moment habe ich nichts. Ich hoffe, dass ich noch was bekomme und wenn nicht, dann mache ich mir da aber auch keinen Kopf. Ich gebe an den Wochenende einfach alles – was soll ich sonst machen? Die Rennen machen mir ja immer noch Spaß. Ich denke, auf einer 450er wäre ich besser – mein Gewicht, meine Größe und wie ich fahre, das passt viel besser auf die 450.

Text: Lewis Phillips | Fotos: Ray Archer | Übersetzung: Toni Börner

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